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Donnerstag, 23. Januar 2014

Tag 7: Abschiedsschlummern in Grande Terre, 11 Uhr Cocktail und Aufbruch nach Basse-Terre

Heute ist offiziell Halbzeit und unsere Zeit auf dem östlichen Teil der Insel neigt sich gemächlich dem Ende. Der Regen weckte uns mit leichtem Plätschern gegen 6:15 Uhr und 6:45 Uhr war ich der naiven Meinung, dass es nur eine Husche war und beschloss mir meinen kleinen Urlaubswunsch zu erfüllen und ein Sonnenaufgangsläufchen zu starten. Also ab in die Laufschuhe, ab in die Laufhose, Kopfhörer auf und direkt am Strand der Sonne entgegen. Die fröhlichen Marktleute begannen auch gerade ihren Tag und es gab wie immer einiges zu schauen. Ab der knappen Hälfte meiner kleinen Strandrunde sollte sich herausstellen, dass mein Sonnenaufgangsläufchen wohl eher ein Regenbogenläufchen werden sollte. In weniger als 3 Minuten waren ich und der karibische Regen auf Du und Du. Half nichts, das iphone wollte trotzdem sicher nach Hause gerannt werden. Manchmal brauchts halt nur die richtige Motivation, um die persönliche Bestzeit zu laufen. Meine ist doch tatsächlich, die wohlbehaltene und zumindest nicht ganz durchnässte Ankunft meines kleinen grünen Eierphones im trockenen Haus.

Die Rückübergabe unserer Cottages stand für 13:30 Uhr auf dem Plan. Wir hatten also noch Stunden, um wie jeden Morgen ausgiebig zu frühstücken (Heute: French Toast aus Baguette>>>> leckerst) und ausgiebig zu packen. Das Auto war nach 2 Stunden packen genauso voll, wie damals, als wir zu viert 3 Wochen nach Ungarn gefahren sind. Ich habe immer noch keine Ahnung, wie es meine Sache immer wieder schaffen, sich sprunghaft zu vermehren...

Und dann... … … ­ bummelten wir... wir bummelten eine Runde durch das Dörfchen, als es endlich aufhörte zu regnen, wir bummelten durch die Geschäfte und suchten Geschenke für meine kleine Nichte, wir bummelten am wunderschönen Strand von Sainte-Anne und wir bummelten bis es nichts mehr zu bummeln gab, weil Stadt nun einfach ein großes Wort ist und Sainte-Anne eigentlich nur eine große Straße ist :-) Wir bummelten dann trotzdem noch über den kleinen Markt und kauften eine kleine Flasche Mitnehmpunch.

Dann war es 11 Uhr und wir waren bis fast nach Hause gebummelt. Noch 2,5 Stunden und ich wusste, dass ich mein Sainte-Anne nicht verlassen kann, ohne zu wissen wie der Punch in der verrückten Bar hinter unserem Haus ist. Eine große Bar in der Mitte, um herum eine große Holztheke aufbaut ist. Helles Holz, für karibische Verhältnisse sehr sehr gepflegt. Die Bäume grenzen die Bar ganz natürlich ein und um die Bäume gibt’s kleine Tische an denen man rund um den Baum sitzen kann. Total viele kleine niedliche Details und menschenleer um die Zeit. Nach der Bummelei waren wir doch echt k.o. Und weit und breit kein Barmann zu sehen. Das sollte sich bald ändern: Auf einmal kam ein gut gelaunter Reggae Typ um die Ecke, dem wir nun sehr routiniert erklären konnten, dass wir nur englisch und diese merkwürdige Zeichensprache können und einen Punsch. Einen Punsch mit Früchten. 10 Minuten später kam der Punsch, der genau das war was er sein sollte: Lecker, frisch, mit Passionsfrucht (frisch) und genau richtig süß und nicht zu stark. Ein Moment zum genießen. Beim Bezahlen unsere 4 Euro kam der nette Typ so richtig in Fahrt und erklärte uns halb englisch, drittel französisch und mit Händen und Füße, dass wir immer willkommen sind und bald wiederkommen sollen zum essen. So schnell hat man ein Date: Nächste Woche Mittwoch!

Irgendwann zwischen der üblichen Kolibri-Baby-Fütterungsbeobachtung im Garten und der letzten Tasche, die ins Auto wanderte, war es soweit: Tschüss kleines Haus. Melanies Tante holte die Schlüssel. Ich hab das Haus wirklich lieb gewonnen, es war etwas muffig, die Klimaanlage war irgendwas zwischen willkürlich und unbedienbar und machte nur jedes 10.Mal was sie sollte. Wir wohnten zwar mitten in der Stadt, aber dennoch unglaublich abgeschieden hinter den Fisher-Men und ihren Booten, und selbst wenn man im Bad war, hörte man die ganze Zeit ca 5.000 Vögel. Und: Die zwei Hähne, die sich den ganzen Tag lang über 200 Meter weg an kickerikiten! Der eine ordentlich, der andere immer als wenn er gleich abkratzt. Irgendwie war es aber unseres und perfekt einmalig :-) und ich muss sagen, die ersten 15 Kilometer auf dem Weg nach Basse-Terre war ich echt traurig. Das ging dann aber ähm relativ schnell. Das neue Hotel ist nämlich großartig! Nach dem abenteuerlichen Cottage-Leben, lassen wir es uns noch eine Woche Bungalow gutgehen. Alles neu und tippi-toppi, super schick eingerichtet, die Klimaanlage funktioniert nicht nur willkürlich und nachdem man mal die Sicherung rausgemacht hat. Und am tollsten a) die Außenküche!!!!! zu jedem einzelnen Bungalow und b) der Pool, der im Dunkeln bunt beleuchtet wird.

Ich bin gespannt. Basse-Terre ist der westliche Flügel des Schmetterlings Guadeloupe und verspricht viel. Die Landschaft ist komplett anders als im Osten Grand Terre. Es gibt Hügel, alles ist noch grüner. Wieder Strand, aber mit Wellen und eigentlich ist alles ein großer Nationalpark. Wir werden zu den Wasserfällen wandern, einen Vulkan besteigen und jede Menge Natur zum satt sehen haben. Die heutigen Abenteuer beschränkten sich noch das Finden eines Supermarktes, eine Runde im bunten Pool bei Dunkelheit und ein Glässchen blauen Passions-Frucht Wein auf der Terrasse, Baguette, Oliven, Fromage und Pesto-Brotaufstrich und eine Runde Carcassone …. wie die Maden im Speck.

Morgen ist wieder Ausflugstag... der letzte Tag vor dem 25. Januar...der letzte der 28-jährigen Diana. Ich bin gespannt: auf dem Plan für morgen steht ein Ausflug in die Mangroven, Lagune und schnorcheln.


Montag, 20. Januar 2014

Tag 3: So siehts aus

Im Aquarium bei den Fischis!

In Gosier mit Blick auf Ille Gosier - Mini Insel


Achtung! Nussgefahr

Such die kleine Ente!



Am Strand liegend, Blick nach oben (1)

Strand Petit Harve - nicht gut zum schnorchel aber zum Schätze suchen


Blick von unten nach oben am Strand (2)

Traditionelles Frankreich-vor-Geburtstag-Getränk

Meine Schätze  + Babykokosnüsse

Strand vor der Tür

Strand auf dem Weg zur Stadt / Vor der Tür Strand

St. Anne bereitet sich auf den Karneval vor

Foto vom Foto Double Shot

Strand in Sainte Anne

Wirr-Haar!

Samstag, 18. Januar 2014

Tag 1: Verrückte französische Ladies, Kokosnuss-Sorbet und ein neues Zuhause

Nachdem wir gestern in Point-a-Pitre in der Nähe vom Flughafen ein kleines Hotel bewohnten, stand heute für 11 Uhr ein wichtiger Termin auf dem Programm. Die Air-Bnb-Wohnung finden. Bei Air-BNB haben wir eine kleine Miniwohnung, vollkommen ausgestattet für nen fairen Preis gemietet - aber so ein bisschen Überraschungsei ist das ja doch immer..

Vorher gings aber erstmal endlich kurz an der Strand. Kurz beim Bäcker ein Frühstück geschnappt und beim futtern dem Meer zuhören und kleinen Krabben beim Löcher graben zusehen. Entspannung pur und irgendwie unwirklich dass wir noch vor einem Tag nicht hier gewesen sein sollen.

 

Back to Air-bnb. Das Gefühl ist irgendwie mulmig, wenn man von zu Hause für einen Aufenthalt am anderen Ende der Welt, eine Ferienwohnung bucht, ohne sich zu kennen. Hinzu kam, dass unsere Gastgeberin Melanie mir dann auch noch kurz vor der Anreise mitteilte, dass wir uns mit ihrer Mutter am Friedhof treffen sollen um zum Haus zu gelangen. Sie hat unverschiebaren Termin. Komische Sache...So ziemlich genau Punkt 11 stehen wir gegenüber vom Friedhof. Es ist schön warm. Eine große schwarze Frau winkt uns hektisch zu und ruft überzeugt was auf französisch. Ich habe keine Ahnung, bin aber optimistisch, dass das die Mutter von -natürlich- Melanie ist. Sie ruft weiter über die Strasse hinweg über den brüllenden Verkehr, ich verstehe weiter kein Wort: wegen der Lautstärke, weil sie nuschelt und weil es französisch ist. Irgendwie merkt sie das aber nicht - auch nicht als ich auf deutsch zurückrufe. Als ich dann wagemütig die Straße überquere, und ihr mit dem Papier-Ausdruck zur Wohnung und den Daten der Gastgeberin vor der französischen und offensichtlich aufgeregten Nase rumweddle, wunder ich mich weiterhin nicht, dass sie anscheinend ihre Tochter auf dem Ausdruck nicht wieder erkennt. Sie wettert und möppelt und ich kann ihr nur sagen, dass ich sie nicht verstehe. Das wirkt jedoch nicht sonderlich beruhigend oder erklärend auf die Dame, die langsam anfängt mit ihrer Krückke durch die Gegend zu weddeln um ihren Aussagen noch mehr Bedeutung zu geben. Dann fährt eine Frau in einem kleinen Auto vorbei, sie wird auch in denn Bann der keifenden Frau gezogen und auf einmal wird mir klar, dass das meine Frau nicht die richtige ist. Dass sich in dieser Frau einfach nur meine schlimmsten Befürchtungen manifestiert haben, wie diese Begegnung mit der Mom von Mel auflaufen müsste. Ich dreh mich um, seh in das Auto von der Frau, die eben vorbeifuhr und alles ist aufeinmal gut. Sie ist die richtige und ich bin einfach nur in eine Falle getappt, weil ich dachte: es wird schon schiefgehen müssen.
Melanies Mutter nimmt uns dann in ihrem kleinen Auto mit und ich allergiere vor Freude nicht mal auf die vielen Hundehaare zwischen denen ich sitze. Endlich am Haus. Nach zwei Minuten Fahrt gelangen wir zu einem kleinen Doppel-Häusschen, freistehend und 200 Meter von Strand entfernt, mit Garten und Terasse und einer Klimaanlage. Sie spricht kaum englisch, aber wir reden händisch und füßisch und haben uns alle sehr gern.


Den Rest des Tages verbringen wir weiter in Sainte-Anne, dass nun 6 Nächte und Tage unser Heim ist.
Für das richtige Geborgenheitsgefühl gibt es Leute, die Vorräte benötigen. Ich bin einer davon. Also auf zum großen Supermarkt. Hier ist es schon verrückt. Eine Tüte Tiefkühlessen, dass zu Hause 2 Euro kostet, wird hier teilweise für über 10 Euro angeboten.Ich würde gern hier warten und schauen, wer das kaufen will. Die Abgeschiedenheit der Insel macht Fischstäbchen zu Gold. Kapitän Iglu hatte schon den richtigen Riecher. Fischstäbchen kosten hier auch soviel wie kleine Goldbarren. Aber genau das öffnet einem einfach die Tür, Sachen zu kaufen, die man nicht mal kennt, die aber bezahlbar sind, und ... Würstchen.

Super im Supermarkt, dass hier die Wer-sucht-was-und-wen Tafel noch intensiv genutzt werden, sonst wäre uns das entgangen (kann mir das mal wer übersetzen?):


Nach der intensiven Vorratsbeschaffung inklusive 30 Minuten an der Kasse stehen, ohne tatsächliche eine Minuten vor Ungeduld zu explodieren (... ja so ein Jetlag legt bestimmte Bereiche im Hirn lahm), gehts zum Strand. Es ist ein Traum...es sieht einfach aus, wie auf einer Postkarte und die Sonne scheint und es ist alles so gemütlich.


Auf dem Weg zum Strand gibt es für jeden eine neue Taucherbrille und Schnorchel und ne Packung Seifenblasen. Außerdem hab ich mir so nen kleinen leckeren Kokosnusssorbet Becher gekauft. Leckerst. Wie kaltes Raffaello ohne Mandel (leider) und nicht so süß. Dafür frisch aus so nem mittelalterlichen Kühlding in einen handlichen Becher geschabt.

Heute Abend noch ein Probelauf und morgen gehts dann richtig ins Wasser. Jetzt widme ich mich erstmal dem Abendessen.Es gibt Baguette und Frooohhmmaaasch und vielleicht ein Stück von der Frucht oben links, die ich nicht kenne.