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Samstag, 1. Februar 2014

Und dann ist es doch auf einmal zu Ende.

Sooo, das war es dann. Aus dem Hotel auschecken und traurig Abschied vom Pool nehmen.
Wir verlassen Basse Terre und fahren wieder auf den anderen Teil der Insel. Der letzte Tag in Grande Terre. Es fühlt sich an wie nach Hause kommen und da ich, während ich das hier schreibe, tatsächlich wieder zu Hause bin: es hat sich mehr nach zu Hause kommen angefühlt, als wie in meinem realen zu Hause. verrückt, wie schnell uns etwas vertraut werden kann.

Bevor wir nach Grande Terre fuhren, besuchen wir noch die Destillerie Severin. Ich brauchte noch Punch für zu Hause und es ist die letzte, mit Schaufelrad betriebene Destillerie. Sieht lustig aus und ich mag es.






Vollkommen überraschend finden wir noch ein Ananasfeld (da kommen die also her und nicht vom Baum) und eine kostenlose Rumverkostung, die einen wenn man nicht aufpasst, mal komplett lahmlegt. Ich glaube, der betrunkene, nach Süffel riechende Holländer Mite 50,der Sorte laut und angenehm, neben mir im Flugzeug, der 8 Stunden später immer noch nach Alkohol roch, ist direkt von dort zum Flughafen gefahren. Verrückt.
Nach unserem Ausflug in die ländlich gelegene Destillerie gings dann zum Abschluss nochmal nach Point a Pitre an den Hafen. Kreuzfahrtschiffe gucken und Lust darauf bekommen, am Markt den Muschelverkäufern zusehen und den Kopf vor der Sonne schützen. Nach nicht allzu langer Zeit haben wir genug Leute gesehen und es zieht uns zurück nach Sainte Anne, wo unser erstes Häusschen stand. Ab an den Strand. Meinen Favouriten in Gwada. Das schienen auch die Kreuzfahrtgäste zu wissen. Wahlweise mit gelb-weiß gestreiften (Deutsche) oder orangen Handtüchern (Italiener) brachten sie den Strand fast zu platzen. Und irgendwie waren mir meine weißbleichen Landsleute, die auf eine so andere Art laut sind, als die Guadeloupen,  fremd und sogar fast unangenehm, obwohl die nichts machten. Komisch. Wir chillten noch ein wenig, genossen das fantastische Wasser und fuhren dann in unser neues, altes Hotel, in dem wir auch die erste Nacht verbracht haben.

Komisch, sich selbst zu vergleichen zu können. Wie ich es hier fand, als ich das Hotel in Le Gosier am ersten Tag betrat und ich wie ich jetzt bin.Voll dieser Eindrücke und Dinge, die wir gesehen haben. Die Abende auf der Terasse, unter dem Moskitonetz und am Meer unterm Sternenhimmel. Ich kann auf mich selbst eine Schablone legen und sehe wo die Linien verschwimmen und was sich verändert hat.

Wir haben keinen wirkliche Hunger, streifen durch die Stadt, erfreuen uns auch hier - wie überall auf der Insel- an der üppigen Weihnachtsdeko und landen am Meer. Wir spazieren zurück und es wird greifbare Realität, dass es nun vorbei ist. Meine, mehr als 120 Tage warten haben sich gelohnt. Ich hatte einen Urlaub, von dem ich sooo lange zehren werde, dass ich durch pure Vorstellungskraft das Meer riechen kann, wenn ich die Augen schliesse.

Ich habe Babyhaie in freier Wildbahn gesehen, ich habe nur freundliche, fröhliche und aufgeschlossene Franzosen getroffen.
Der Mietwagen hat mehr als 1200 km runter und ich habe leckersten Fisch gefuttert und fröhlich Rum mit Rohrzucker getrunken.
Ich habe meinen Mc Chicken bei Mc Donald genauso genossen, wie das selbstgemachte Kokosnuss Sorbet am Strand.
Ich hatte einen traumhaften Geburtstag und die beste Reisebgleitung, die ich mir vorstellen kann.
Ich habe den Sternenhimmel gesehen und habe in einem Cottage, hinter den Fischerhütten gelebt.
Ich habe einen Dominostein gefunden und ein Haargummi verloren.
Ich hing an einem Seil mitten im Regenwald.
Ich war beim Karneval auf der Straße.
Ich habe so viele lustige Tiere gesehen.
Ich war auf einem Vulka und im Wasser.
Ich kenne fast alle Strände dieser Insel, deren schmetterlingshafte Form ich nicht vergessen werde, ich kenn dich Guadeloupe - und du hast es echt geschafft.

Auch wenn ich hier nie mehr zurückkehren werden, weil ich noch so viel andere Orte sehen muss: Du hast mich glücklich gemacht. Strahlen über beide Backen-.

Au Revoir!




Sonntag, 26. Januar 2014

Tag 9: Ab in den Regenwald

Aus gegebenen Anlass wurde gestern vom Standard-Frühstücksritual abgewichen und wir vernaschten einen kleinen Kuchen. Noch leckerer als er aussieht, bis auf den letzten Krümel weggeputzt.

Obwohl es noch ganz schön früh war, machten wir uns auf den Weg zur Traversee. Das ist eine große Straße - große Straße ist hier auch ein großes Wort - die die Inselhälfte Basse Terre von Westen nach Osten verbindet. Man fährt hier direkt durch den Nationalpark, nicht beim Vulkan aber trotzdem eine ganz eigene Atmosphäre.

Als erstes Tagesziel stand der Park de Marmelles auf dem Programm. Hier hat man die Möglichkeit mitten im Regenwald einen Hochseilgarten zu besuchen. Beim Eingang angekommen begrüßte uns eine nette fröhliche Frau auf französisch, wechselte dann doch ohne Probleme ins Englische. Für 20 Euro pro Person wurden wir fix mit Gurtzeug ausgestattet und eine netter Herr, der kein englisch kann, wies uns in die Kunst der perfekten Sicherung in luftiger Höhe ein. Die Kombination aus seinen Erklärungen und seiner Vorführung ließen mich jedenfalls fließend französisch verstehen. Nach dem obligatorischen Vorführen des theoretisch gelernten Sicherns durften wir dann losstarten!

Viele kleine Seilbahnen, kleine Hindernisse und Balanceübungen - im Grunde nichts Neues- das Ambiente war einfach einmalig. Es hatte wieder angefangen zu regnen, die Bäume schwangen immer etwas mit dem Wind mit, es roch nach Erde und Grün und es war einfach Regenwald-Feeling, da der Baumbewuchs echt dicht war. Irgendwann zog ich einen meiner zwei Pullover aus, irgendwann ließ uns die Großfamilie vor uns, die ein ziemlich ängstliches (ängstlich gleich langsam) Mädchen dabei hatte. Irgendwie sind auf dieser Insel besonders viele nette Leute. Wir hörten diese Familie noch eine Weile, die Jungs versuchten nämlich erfolglos das Schnecki mittels Affenimitation zum Schnellerklettern zu bewegen. Besonders toll fand ich noch den Parcours, auf dem 200 Meter lange Seilbahnen waren. Verrückterweise sah man beim losfahren das Ende nicht. Ging teilweise wirklich beängstigend schnell durch den Wald. Zum Glück bekommt man vorm losmachen einen Bremshandschuh um mit der Hand, die sich nicht an der kleinen Winde festhält, ein wenig das Drahtseil zu umfassen und abzubremsen. Wenn man sich ordentlich am anderen Ende gesichert hatte, drückte man auf eine kleine Klingel und der nächste kann losfahren. Verrückt, aufregend, ohne Angst.



Nach dem Park ging es immer die Straße weiter. Man fährt durch kleine Straßen, die eigentlich für ein Auto fast zu schmal sind, die verrückten Franzosen brettern aber auch durch die Kurve mit nur gefühltem Wissen ob Gegenverkehr kommt oder nicht. Ich würde wirklich gerne mal die Unfallstatistik vom Guadeloupe sehen. Landschaftlich toll zum gucken, geschwungene Täler, die tief runter gehen, kleine Flüsse, viel viel üppiges grün -Nationalpark eben. Eines meiner neuen Hobbys ist ja auch noch das Ausguck-Finden. Auf unserer Karte ist da dann immer so ein strahlenförmiges Zeichen, lohnt sich mal mehr und mal mittel. Dieser Ausguck hat nicht so viel Ausblick gebracht, sah aber ansich niedlich aus.

Vincents kleiner neuer Kumpel
Es gibt ca. eine Million Wanderwege in den verschiedensten Kategorie. Da es gestern den ganzen Tag geregnet hat, gab es nur noch drei: Supermatschig, Schlammig und Matschig :-) Wir entschieden uns gegen Supermatschig und trauten uns dann erst bei Schlammig in den Wald. Ein lohnenswerter Spaziergang und wieder diese Regenwald-Stimmung, die man mit deutschen Wäldern nicht vergleichen kann. Allein schon wie die Wurzeln von den Bäumen aussehen, wie riesig alles ist und die Quotenpalmen...


Es war nun halb zwei und kurz vor Hunger, wir fuhren die Traversee noch fertig um dann Richtung Heimat Bungalow am Strand von Clugny einen Happen zu Essen, einen Punsch zu trinken und uns angemessen über die 40 Grad Temperaturunterschied zu zu Hause zu freuen. Das Restaurant war direkt unter freien Himmel, in bunten Farben am Strand und hier gabs kein Wort englisch zu sagen. Aber alles kein Problem, wenn man so ein Gourmet ist wie ich und nur Hühnchen oder Fisch ist .... die zwei Worte kann ich ja nun auf französisch.




Frisch gestärkt ging es nun nochmal zum Grande Anse, einen für Guadeloupe-Verhältnisse ziemlich langen Strand. Den hatten wir den Tag zuvor schon im Regen bewundert. Auf meiner To Do Liste stand noch ein leckeres Kokosnuss-Sorbet und zu meiner Überraschung, gab es auch an dem Strand ein paar Slackline, die eine Longline zwischen zwei Palmen spannten und ich konnte ein paar wackelige Schritte machen und mich wieder ein bissel ärgern, meine nicht mitzuhaben :-)



Den verbliebenes Restnachmittag sprangen wir in die Wellen, die hier ziemlich hart gegen Strandende brechen und einen gerne ein paar Meter im flachen Sand rum wirbeln. Das Wasser war wieder mal herrlich, so schnorcheln gab es nichts.

Pünktlich zum Sonnenuntergang um 18:20 wurde noch der hinterm-Haus Strand abgecheckt um dann unendlich erschöpft ins Bett zu fallen. Draußen trommelt jemand. Dann noch jemand, dann ganz viele und es wird immer lauter. Es erinnert mich an meinen Nachbarn, der immer laute Musik macht, nur dass das angenehm ist. Die Vögelchen sind heute Nacht auch zu müde zum piepen. Ich lasse mich vom Rhytmus, mit den Ohrenstöpseln in der Hand in den Schlaf trommeln. Gute Nacht Guadeloupe....

Mittwoch, 22. Januar 2014

Tag 6: Ein perfekter Tag in Petit Terre

Guadeloupe hat verschiedenste kleine Inseln um sich herum gescharrt.Die meisten unbewohnt und nur mit dem Boot zu erreichen.

Der  heutige Tag sollte uns für 90 Euro pro Person auf einem 1-2-viele-motorigem Speedboot dorthin bringen. Der Mann, nennen wir ihn Patrick, weil er so heisst :-) versprach uns bei der Buchung einen perfekten Tag. Wir haben ihn relativ am Anfang des Urlaubes zufällig getroffen, als er gerade sein kleines Rundreisen/Aktionsverläuferhäusschen abgeschlossen hatte.  Ich kann nur sagen: Was für ein Glück, dass er uns über den Weg gelaufen ist.

Ursprünglich wurde uns gesagt, dass der Kapitän keine Ahnung von deutsch und englisch hat. Wir sollen dann einfach zum Hafen gehen, Polo finden (Polo soll groß sein, keine Haare haben und weiß) und der regelt dann,dass wir auf das Boot kommen und bei 12 Teilnehmern wird schon irgendwer ein wenig englisch für uns übersetzen können. Ehrlich gesagt, ist mulmiges Gefühl ein kleines Wort, aber wir haben uns ja für das Alien-Dasein entschieden.

Am Hafen angekommen, war es kein Problem Polo zu finden, der nun französisch sprach. Es schaffte uns mit unserer englischen Quittung von Patrick zum Speedboot, wo ein Typ, der aussah wie Paul Walker, bloß gebräunter, auf uns wartet. Und ja:-) das war unser Kapitän! Und er war Franzose, hatte gute Laune und keine Problem uns auf englisch zu erklären, dass wir uns Badesachen anziehen solle, Sonnencreme benutzen sollten und unsere Schuhe in eine Kiste packen. Hier muss ich noch anmerken, dass ich aufgrund meines Jobs die Bezeichungen der verschiedensten Kleidungsstücke, unter anderem auch auf französisch, beherrsche und ich endlich meine "Mailotte de Bain" Kenntnisse sinnvoll anwenden konnte. Das Wort kannte der Kapitän nämlich nicht ;-) Auf dem Boot fanden uns alle irgendwie niedlich... die zwei kleinen Deutschen.

Es gab 6 Plätze hinter dem Kapitän und seinem Skipper Jeremy und vorne auch nochmal 6. Wir saßen vorne mit Blick nach vorne, links und rechts mit dem Rücken zum Boot jeweils ein französisches Päärchen Ende 30 bzw. Ende 40, die uns beide bei jeder Welle, die das Boot nahm und bei jeder Welle die ins Boot kam, liebevoll anschauten, als ob wir uns gleich auflösen und die das schade finden. Generell wurden wir scheinbar mit verständnisvollen Blicken bedacht, als wären wir ausgebüchste Teenager, die mit Papas Kreditkarte so lange durchbrennen, bis die Winterferien vorbei sind.

Die Fahrt dauerte 45 Minuten und war einfach der Wahnsinn, hoch runter, Wasser auf den Wellen und ein bisschen Geschaukel. Wir fuhren mit dem Speedboot an dem Aussichtspunkt vorbei, den wir schon kannten und mir war diese Insel so vertraut, als wären wir schon weitaus länger als eine knappe Woche hier.

Endlich kam die kleine Insel Petit Terre zum Vorschein. Direkt gegenüber liegt die unbetretbare Schildkröteninsel. Das Boot hielt und der Kapitän setzte zu einem 15 minütigem Vortrag an, was man darf, was verboten ist, wo wir sind und Organisatorisches. Naja.... ich finde gut, dass die Franzosen nicht so schnell reden wie die Spanier. Ich finde nicht so gut, dass alle Wörter, die ich kenne nicht in der Erklärung vorkamen.

Machte aber nichts! Denn alle meine gesammelten Karmapunkte der letzten Monate manifestierten sich in Pierre! Pierre war Mitte 50 und hatte sich in der Blüte seiner Jugend gegen eine professionelle Boxerkarriere entschieden und für die sinnvolle Aufgabe des Deutschlehrers in Toulouse! Der Kapitän erklärte genauso geduldig und ausführlich, wie beim ersten Mal seinen Landsleuten und nun Pierre, und der dann noch ausführlicher und ausschweifender uns, was hier so unsere kleine Insel alles kann. Mich hat das ziemlich verdutzt, dass die sich soviel Zeit genommen haben, alles mit nem Lächeln.

Der Rest des Tages war einfach nur schön. Im flachen Wasser mit Rochen und Babyhaien schnorcheln. Unmengen an bunten Fischen und die Sonne im Palmenpanorama immer im Blick. Auf der Insel leben auch noch jede Menge freilaufende Leguane, die immer mal wieder gemütlich vorbei kamen um dann wie kleine Angsthasen wegzulaufen. Das Laufen ist eher so eine Art Springen, wie über glühende Kohlen, drollige Dinger.

Zum Mittag gab es lecker Barbeque. Fisch und frischen Salat, kreolischen Reis und eine leckere Sauce. Dazu natürlich Wein :-) Wir sind ja in Frankreich. Punchmäßig waren die auch super ausgestattet. Um 10 Uhr gab es einen Guavenpunch.Als Aperitif vor dem Essen einen Coco-Punch aus der Distillerie, in der wir gestern waren und nach dem Essen einen Kaffee-(Punch). Für mich sogar zwei :-p

Der nette Pierre, brachte uns dann auch noch ein Heinekken und fachsimpelte mit uns über Fußball und Angela Merkel. Die verbliebenen 90 % der Franzosen am Tisch ließ sich von ihm das Gespräch übersetzen. Alles tippi-toppi und ich habe diese ganzen Franzosen beim Mittag wirklich in mein Herz geschlossen. Vergleichbare Situationen mit deutschen Reisegruppen, habe ich bisher noch nicht so entspannt und gelöst und angeregt erlebt. Die Sonne machts halt. Als Nachtisch gab es noch gegrillte Bananen mit Rum. Ich muss mir dringend einen Grill und einen Balkon kaufen!!!

Nach dem Essen konnte man noch eine kleine Wanderung zu dem Minileuchtturm auf der Insel machen und weiter übermütige Leguane beobachten, die dann doch Muffensausen bekommen und sich im Busch verstecken, Kokosnüsse sammeln und baden, schnorchel, sonnen ...

Pünktlich um 16 Uhr war dann zurücktuckern angesagt. Hätten wir fast nicht geschafft, weil ein Riesenbarrakuda René nicht aus dem Wasser lassen wollten. Laut Wikipedia greifen die einmal an uns beißen tiefe blutende Wunden und verschwinden dann wieder lustlos ins Meer... verrückt! Also immer schön bei der Gruppe bleiben und nicht so weit raus!

Unser Kapitän war nicht im geringsten lustlos. Mit der feinsten Sommermusik fuhren wir der Sonne entgegen. Wir waren das letzte Boot und er ließ es sich nicht nehmen, noch mal ganz langsam vor der Turtle-Island anzuhalten. Wir haben riesige Schildkröten gesehen, die eine hat zum Abschied auch noch ihren Kopf neugierig aus dem Wasser gehalten. Was für ein Tag!

Wieder in St. Francois im Hafen angekommen, wurden wir mit Küsschen links/rechts verabschiedet und tuckerten gemütlich zum Auto und nach Hause. Ich hätte nicht erwartet, dass es so ein harmonischer Tag werden würde, bei dem ich mich nicht nur in dieser fremden Gruppe, ständig wie ein Alien fühle muss, sondern einfach mit netten, etwas älteren Leuten einen herrlischen Tag am Strand verbringe. Keine Ahnung wie das zu toppen sein soll.

Bilder jibbet dann morgen!

Dienstag, 21. Januar 2014

Tag 4: Ernie auf französisch

Woran merkt man, dass man nicht zu Hause frühstückt sondern in karibischen Gefilden? Das Brummen, dass man üblicherweise einem Maikäfer zuordnen würde, kommt nicht von besagtem Käfer, sondern vom hauseigenen Kolibri. Unser kleinen Freund hat nämlich direkt über unserem Tisch sein kleines Nest. Es ist so winzig und ich kann mir gar nicht genau vorstellen, wie winzig dann die Vogelbabys sein müssen. Ist echt ne Sache, wenn der direkt vor einem in seinen Schwirrflug geht. Mein, mittels Arte Tier- und Reisedokumentationen erworbenes Wissen, macht sich an dieser Stelle wieder mal richtig gut! Ein Kolibri muss alle 15 Minuten eine Blüte zum suffeln finden, sonst hat er nicht genug Energie und naja... trauriges Ende. Deshalb wird der Kolibri auch nicht gefangen, sondern bestaunt! Ziemlich in der Mitte vom Bild kann man das kleine Nest sehen. Verrückt!

Ansonsten startet der Tag zum ersten Mal seit wir hier sind mit einem Wecker um 7 Uhr. Langsam gewöhnen wir uns an die Zeitverschiebung von 5 Stunden. Ich wache jetzt nicht mehr halb 5 auf sondern halb 7 und Schlafenszeit ist schon auf halb 10 gerückt ;-) Heute ist der erste Ausflug, den wir gebucht haben. Ab zum Treffpunkt im Aquarium zwischen Point-a-Pitre und Le Gosier, hier gehts los... um genau 5 Minuten vor 9. So ein wenig ein komisches Gefühl hatten wir gestern beim Buchen schon, die Buchung der ECO Tour haben wir direkt im Aquarium erledigt. Wir sprachen englisch und die Frau dort französisch. Joar, mehr Platz für Spontanität und Eigendynamik. Das merkwürdige Bauchgefühl, als die Frau gestern uns den Tag immer wieder mit Monday Monday bestätigte, bei"tomorrow" jedoch vehement mit dem Kopf schüttelte, war nicht ohne Berechtigung. Ich war mir sicher sie versteht "tomorrow" nicht. Hab ich sie mal volle Kanne unterschätzt, die Franzosen. Monday war das Problem in dem Satz. Monday war nämlich Tuesday. Wer jetzt denkt, das genaue Ausmachen eines Datums hätte geholfen: No way! Unser Handy war auch einen Tag im Datum zu weit. Auf dem war nämlich bereits Montag schon Dienstag. Unbezahlbar: So sehr ohne Alltag und Zeit urlauben, dass man sich gegenseitig 20 Sekunden tief in die Augen schaut, dann die Aquariumsmitarbeiterin an, und wirklich nicht weiß welcher Tag ist! Das Universum hatte anscheinend einen anderen Plan für uns an diesem Tag - lassen wir uns einfach treiben, dann kann nichts schief gehen.

Also entspannt auf die Freitagstour umgebucht (macht ja nichts, mehr VORFREUDE), weil Dienstag die Schnorchelaction zur Schildkröten/Babyhai/Barbeque Action ansteht. Voller Ermutigung, dass es ohnehin genügend alternative Abendteuer gibt, sind wir dann ohne Navi, dafür mit Karte bewaffnet in den Norden von Grande Terre gedüst, um ein paar Strände abzuchecken. Unglaublich mit welcher fachmännischen Hingabe man das tun kann. Jede zweite Straßenabfahrt ist quasi ein Strand, der sich in der Beschaffenheit des Sandes, der Anzahl der Palmen, der Breite des Sandstreifens und der touristischen Erschlossenheit unterscheidet.

Nach einem kleinen Abstecher im Städtchenzentrum von Port-Luis ging es dann zum Anse du Souffleur. In Port-Louis noch schnell die Kirche begutachtet: besonders interessant, war das noch aufgebaute Krippenspiel mit einem überdimensional großen Jesus Baby. Das war ca 5 mal so groß wie seine Eltern. Entweder wurde das ursprüngliche gestohlen oder es liegt eine tiefere Aussage darin, die optisch verdeutlichen soll, wie groß Jesus ist. Nun gut. Lasst mich durch, ich muss zum Strand!

Der Strand war herrlich und so ziemlich perfekt. Schatten unter Palmen, Muscheln, breiter Sandstreifen zum Strand und hellblaues Wasser. Perfekt ist ein kleines Wort.

Geliebte Palme

Wir (ich) haben unsere Schnorchelskills (Panik) nochmal deutlich verbessert. Ich kann jetzt a) ohne 15 Minuten auf das Wasser zu starren, den Kopf unter Wasser tunken b) ich fange nicht an panisch zurückzuschwimmen, wenn ich einen schwarzen bösen Seeigel sehe c) ich kann mit dem Schnorchel unter Wasser gehen und dann das Wasser wieder auspusten. Noch nicht ganz so imposant wie ein Wal, aber gute Wal hat Weile.

Schnorcheln und Schwimmen macht hungriger, als ein karibisches Frühstück anhält. Die Essensbeschaffung erledigte auch das Universum für uns. Auf dem Weg zur Restaurant-Suche bekamen wir einen Flyer in die Hand gedrückt, in französisch aber es konnte auf englisch erläutert werden. 12 Euro fürs Menu! Perfekt! Zuschlagen. Außerdem, dass aktuelle alles-toppende-Pro-Argument: es gibt einen Punch dazu!

Absolute Empfehlung!!!!


Ich war auch kurz vorm Verhungern, liebe Grüße an meine Eltern! Dieses Gesicht kennt ihr ja:

Kurze Zeit später, bekam ich aber meinen Punch und mein Essen und alles war wieder gut!

Wir sind dann zurück an den Strand und blieben so lange, wie die Mücken es erlaubten. Komische Sache, die Mücken sind total miniwinni. Man kann die kaum sehen, wenn die aber zu 20st auf einem sitzen, brennt das wie Feuer... fluchtartig packten wir zusammen und dann ging es im mückenfreien Auto weiter Richtung Anse Betrand. Wellen gegen Stein schauen.

Von dort aus, schlugen wir uns Richtung Sonnenuntergang zum anderen Porte dÉnfer (das heisst wohl Höllentör, aber es ist einfach nur traumhaft) durch, wo die wahre Madame Coco ist Wasser gehüpft sein soll. Alle 20 Meter gibts hier einen tollen Aussichtpunkt und man kann mehr als wunderbar die Steilklippen entlang schauen. Kaum andere Leute und eine gute Gelegenheit große Natur in Ruhe zu genießen.

Letztes Ziel des Tages war noch die kleine Lagune am Höllentor. Hier kann man wunderbar wandern und über Steine klettern und den kleinen und großen Krebsen beim stänkern zu schauen.
Für manche, auch mit Schlappen keine Herausforderung. Zwischen Gummibäumen und vertrockneten Bäumen, kalkigen Steinen und Krebsen, zwischen zwei Bergen dieses kleine ruhige Strändchen. Irgendwie genau das richtige zum Abschluss einen feinen Tages.






Zuhause angekommen, endete der Tag wie er begonnen hat. Unser Ausflug für "tomorrow" (der andere) fällt leider aus und muss auf after-tomorrow verlegt werden. Der Anruf bei Patrick, dem Ausflugbuchungsunternehmens unseres Vertrauens (er hat nen Chiwuahaha), sicherte nochmal ab, dass wir alle vom gleichen morgen sprechen :-)
So dann gute Nacht. Da wir nun auch schon braun genug sind, wird morgen erstmal ein Museumstag eingelegt. Ich hab nun schon dreimal gelesen, was in den zwei Favourite Museen so abgeht, aber immer wieder vergessen. Hoffentlich haben die beiden dann in echt einen bleibenderen Eindruck.










Sonntag, 19. Januar 2014

Tag 3: Einkaufen am Sonntag und das war nicht der Tageshöhepunkt

Es ist Sonntag, wir befinden uns in Sainte-Anne in Guadeloupe und wir werden beim morgendlichen 8 Uhr Frühstück von einer fallenden Baumfrucht überrascht, die beim runterfallen explodiert. Unsere kleinen Geckofreunde betrachten uns weiterhin, als ihren kleine Privatzoo und um diese Unwucht im Weltgefüge wieder auszugleichen gehts heute ins Aquarium. Für 23 Euro können wir uns ein paar Schildkröten beim rumschwimmen, Haibabys beim kuscheln und Seeigel anschauen. Niedlich.

Nachdem wir heute vormittag für Dienstag schon einen großen Schnorcheltag auf einer vorgelagerten Insel gebucht haben, sind wir total gut darin, französisch los etwas zum unternehmen zu organisieren. Muss man auch erstmal hinbekommen ;-) Gesagt getan, hier vom Aquarium aus bieten sie Ausflüge in die Mangrovenwälder an. Ist so eine Art Spreewaldpaddeltour, bloß in der Karibik und mit Mangroven- ohne Gurken. Irgendwie versteht uns die freundliche Dame im Aquarium halbwegs, morgen um 9 Uhr geht es los, lustigerweise ist für die bis.zu-12 Mann Tour nur ein weiterer Mensch angemeldet. Ich bin echt gespannt!

Sonst haben wir es uns heute mal gemütlich gemacht und zum Mittag eine französische Pizza gefuttert und einen Punsch getrunken. Punsch heisst hier: Zuckerrohrschnaps und Rohrzucker mit einer Limette. So gesehen, ein auf das effektivste reduzierte Caihpirinha. Nach einem war ich sehr fröhlich. Diese Fröhlichkeit konnte nur noch davon getoppt werden, dass wir heute doch noch einen Supermarkt gefunden haben, in dem es noch Baguettes gab, die uns nun doch sehr ans Herz gewachsen sind und Eier für sage und schreibe 1,50 Euro.

Nach einem ausgiebigen Strand-Find-Auscheck-Nachmittag und einer kleinen weiteren Probeschnorchelerfahrung (diesemal erstmal an einem Strand, wo wenig Fische zu erwarten sind) ging es dann gemütlich nach Hause, um sich mit dem traditionellen Chilli con Carne für den Karneval zu stärken.

War eine schöne Erfahrung und die kleinen Schneckis haben echt Rhythmus im Blut. Alles auch sehr entspannt, keiner am Saufen oder Drängeln. Die Grasverkäufer waren auch nicht so aufdringlich wie der gebrannte Erdnussverkäufer. Der hats dann aber auch eingesehen! Nach vier allergiefreien Tagen setze ich hier nichts auf Spiel und würde nie was tun, beim dem meine Erdnussbeauftragte aus der Ferne den Kopf schütteln würde.