Heute ist offiziell Halbzeit und unsere
Zeit auf dem östlichen Teil der Insel neigt sich gemächlich dem
Ende. Der Regen weckte uns mit leichtem Plätschern gegen 6:15 Uhr
und 6:45 Uhr war ich der naiven Meinung, dass es nur eine Husche war
und beschloss mir meinen kleinen Urlaubswunsch zu erfüllen und ein
Sonnenaufgangsläufchen zu starten. Also ab in die Laufschuhe, ab in
die Laufhose, Kopfhörer auf und direkt am Strand der Sonne entgegen.
Die fröhlichen Marktleute begannen auch gerade ihren Tag und es gab
wie immer einiges zu schauen. Ab der knappen Hälfte meiner kleinen
Strandrunde sollte sich herausstellen, dass mein
Sonnenaufgangsläufchen wohl eher ein Regenbogenläufchen werden
sollte. In weniger als 3 Minuten waren ich und der karibische Regen
auf Du und Du. Half nichts, das iphone wollte trotzdem sicher nach
Hause gerannt werden. Manchmal brauchts halt nur die richtige
Motivation, um die persönliche Bestzeit zu laufen. Meine ist doch
tatsächlich, die wohlbehaltene und zumindest nicht ganz durchnässte
Ankunft meines kleinen grünen Eierphones im trockenen Haus.
Die Rückübergabe unserer Cottages
stand für 13:30 Uhr auf dem Plan. Wir hatten also noch Stunden, um
wie jeden Morgen ausgiebig zu frühstücken (Heute: French Toast aus
Baguette>>>> leckerst) und ausgiebig zu packen. Das Auto
war nach 2 Stunden packen genauso voll, wie damals, als wir zu viert
3 Wochen nach Ungarn gefahren sind. Ich habe immer noch keine Ahnung,
wie es meine Sache immer wieder schaffen, sich sprunghaft zu
vermehren...
Und dann... … … bummelten
wir... wir bummelten eine Runde durch das Dörfchen, als es endlich
aufhörte zu regnen, wir bummelten durch die Geschäfte und suchten
Geschenke für meine kleine Nichte, wir bummelten am wunderschönen
Strand von Sainte-Anne und wir bummelten bis es nichts mehr zu
bummeln gab, weil Stadt nun einfach ein großes Wort ist und
Sainte-Anne eigentlich nur eine große Straße ist :-) Wir bummelten
dann trotzdem noch über den kleinen Markt und kauften eine kleine
Flasche Mitnehmpunch.
Dann war es 11 Uhr und wir waren bis
fast nach Hause gebummelt. Noch 2,5 Stunden und ich wusste, dass ich
mein Sainte-Anne nicht verlassen kann, ohne zu wissen wie der Punch
in der verrückten Bar hinter unserem Haus ist. Eine große Bar in
der Mitte, um herum eine große Holztheke aufbaut ist. Helles Holz,
für karibische Verhältnisse sehr sehr gepflegt. Die Bäume grenzen
die Bar ganz natürlich ein und um die Bäume gibt’s kleine Tische
an denen man rund um den Baum sitzen kann. Total viele kleine
niedliche Details und menschenleer um die Zeit. Nach der Bummelei
waren wir doch echt k.o. Und weit und breit kein Barmann zu sehen.
Das sollte sich bald ändern: Auf einmal kam ein gut gelaunter Reggae
Typ um die Ecke, dem wir nun sehr routiniert erklären konnten, dass
wir nur englisch und diese merkwürdige Zeichensprache können und
einen Punsch. Einen Punsch mit Früchten. 10 Minuten später kam der
Punsch, der genau das war was er sein sollte: Lecker, frisch, mit
Passionsfrucht (frisch) und genau richtig süß und nicht zu stark.
Ein Moment zum genießen. Beim Bezahlen unsere 4 Euro kam der nette
Typ so richtig in Fahrt und erklärte uns halb englisch, drittel
französisch und mit Händen und Füße, dass wir immer willkommen
sind und bald wiederkommen sollen zum essen. So schnell hat man ein
Date: Nächste Woche Mittwoch!
Irgendwann zwischen der üblichen
Kolibri-Baby-Fütterungsbeobachtung im Garten und der letzten Tasche,
die ins Auto wanderte, war es soweit: Tschüss kleines Haus. Melanies
Tante holte die Schlüssel. Ich hab das Haus wirklich lieb gewonnen,
es war etwas muffig, die Klimaanlage war irgendwas zwischen
willkürlich und unbedienbar und machte nur jedes 10.Mal was sie
sollte. Wir wohnten zwar mitten in der Stadt, aber dennoch
unglaublich abgeschieden hinter den Fisher-Men und ihren Booten, und
selbst wenn man im Bad war, hörte man die ganze Zeit ca 5.000 Vögel.
Und: Die zwei Hähne, die sich den ganzen Tag lang über 200 Meter
weg an kickerikiten! Der eine ordentlich, der andere immer als wenn
er gleich abkratzt. Irgendwie war es aber unseres und perfekt
einmalig :-) und ich muss sagen, die ersten 15 Kilometer auf dem Weg
nach Basse-Terre war ich echt traurig. Das ging dann aber ähm
relativ schnell. Das neue Hotel ist nämlich großartig! Nach dem
abenteuerlichen Cottage-Leben, lassen wir es uns noch eine Woche
Bungalow gutgehen. Alles neu und tippi-toppi, super schick
eingerichtet, die Klimaanlage funktioniert nicht nur willkürlich und
nachdem man mal die Sicherung rausgemacht hat. Und am tollsten a) die
Außenküche!!!!! zu jedem einzelnen Bungalow und b) der Pool, der im
Dunkeln bunt beleuchtet wird.
Ich bin gespannt. Basse-Terre ist der
westliche Flügel des Schmetterlings Guadeloupe und verspricht viel.
Die Landschaft ist komplett anders als im Osten Grand Terre. Es gibt
Hügel, alles ist noch grüner. Wieder Strand, aber mit Wellen und
eigentlich ist alles ein großer Nationalpark. Wir werden zu den
Wasserfällen wandern, einen Vulkan besteigen und jede Menge Natur
zum satt sehen haben. Die heutigen Abenteuer beschränkten sich noch
das Finden eines Supermarktes, eine Runde im bunten Pool bei
Dunkelheit und ein Glässchen blauen Passions-Frucht Wein auf der
Terrasse, Baguette, Oliven, Fromage und Pesto-Brotaufstrich und eine
Runde Carcassone …. wie die Maden im Speck.
Morgen ist wieder Ausflugstag... der
letzte Tag vor dem 25. Januar...der letzte der 28-jährigen Diana.
Ich bin gespannt: auf dem Plan für morgen steht ein Ausflug in die
Mangroven, Lagune und schnorcheln.
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