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Samstag, 1. Februar 2014

Tag 11: Ein Tag rund um die Inselhälfte Basse Terre

Tag 11 führte uns erstmal wieder sehr sehr früh nach Boulliante zur Tauchstation. Um 8 Uhr war angesetzt für das Wracktauchen, ich war mit Buch und Handtuch und Schnorchelausrüstung bewaffnet und hab das alternative Freizeitprogramm - Schildkröten gucken und lesen - gebucht. Außerdem gab es die obligatorischen Regenfälle, die die obligatorischen Regenbögen immer und immer wieder ins Meer gießen. Ich glaube unter irgendeinem Stein verbirgt sich mal kein kleiner Krabbel-Krabben Kumpel sondern Regina Regenbogen. Verrückt, wenn ich mal Glück suchen muss, komme ich auf jeden Fall wieder und setze mich an den Strand von Boulliante, die angebliche Schildkrötengarantie ist doch eher eine Regenbogengarantie. Aber wer weiß, vielleicht habe ich die Frau vom Tauchen auch falsch verstanden ;-)

Nachdem die kleine Reisegruppe wieder zusammen war und der Platzregen mit dem Regenbogen gen Verdunstung zog, ging es weiter. Heute stand die Umrundung der Inselhälfte Basse Terre mit dem Auto auf dem Plan. Erster Stopp war Petit Anse, der kleine Bruder von Grande Anse. Wieder mal ein wunderschöner Strand, der viel Sand, Palmen und kristallblaues Wasser zu bieten hatte. Der Strand war recht klein und wir hatten ihn so gut wie für uns allein. Das lag entweder am Nieselregen oder an der Kleinheit des Strandes oder daran, dass es Montag 10 Uhr morgens war :-)
Montag 10 Uhr morgens, Taucherbrille auf, Schnorchel an und ab! Ich habe mehr als Blut geleckt. Ich kann mich kaum satt sehen an der bunten kleinen Fischpracht. Das niedlichste war hier, eine kleine Dreier-Fisch Kombo mit fast durchsichtigen dreieckige Fischen mit nem ganz kleinen spitzen Mund.... hach :-) Im Niesel zu Schnorcheln fühlt sich auch ungewohnt an.

Dann gings weiter zu nem kleinen Ausguck am Plage Barque:


Der Ausguck dauerte nicht solange, weil der Regen wieder loslegte- und soviel gab es auch nihct zu sehen.

Nächster Stopp: Musee de Cafe - zufällig am Wegrand und vielleicht ganz gut. Dort waren alle nett, konnten allerdings kein deutsch und nur so viel englisch, um uns zu erklären, dass innerhalb des Museums alles auf französisch ist. Egal, dass liest ja eh doch keiner was im Museum steht, egal welche Sprache. Wir haben trotzdem ne Menge gelernt. Auf der Rückseite der Eintrittskarte war so eine Art Quiz. Unglaubliche Motivationshilfe! Ein Wörtesuchspiel, welches Wort in der Frage steht hier auf den Schautafeln und was mag das bedeuten. So haben wir aber doch verhältnismäßig viel mitgenommen. Ich fand auch noch den kostenlosen Kaffee lecker und die Berge an Kaffeebohnen und das man die Rösterei besichtigen konnte.


Auf weiter, nicht mal die Hälfte der Strecke geschafft. Die Fahrt entlang der Küste war einfach nur sehenswert. Tiefe Täler, Berge und immer am Rand vom Regenwald. Kühe, Ziegen und Hühner, die frei rumlaufen und gackern und watscheln und kleine Dörfchen, in denen immer jemand mit einem Baguette durch die Gegend lief. Kinder in Schuluniformen, Männer mit Pfeiffen im Mund vormittags unter einem Baum. Überall wird die köstliche kreolische Küche beworben und viele fahren deutsche große Autos. Ich werde mich nicht satt sehen können.



Gegen späten Mittag kamen wir in Trois Riveries an, wo wir eigentlich die alten Höhlenmalereie anschauen wollten. Aktuell wird dort renoviert. Das Gute ist: der Eintritt ist kostenlos. Das Schlechte ist: Montag ist zu. Egal. Ich bin eh eigentlich gerade nur hungrig und kurz vor der offiziellen Verhungerung (mal wieder und von einer Sekunde auf die andere). Das volle Restaurant mit direktem Blick auf den Minihafen lockte uns erstmal magisch an. Das Dörfchen machte so erstmal einen leicht authentischen, ziemlich untouristischen Eindruck :-) Das Restaurant brauchte uns aber nicht so sehr, wie ich es. Die Bedienung kam weder hinterher noch was es wichtig, also: strategischer Rückzug. Zeitfenster 5 Minuten bis zu Verhungerung. Und dann Volltreffer: Hauptstraße, die eher eine kleine Gasse ist, kleines Loka mit 6 Plätzen draußen und 10 drinnen, leicht marode aber irgendwie heimelig. Draußen sitzen ist immer gut und wir haben das erste Restaurant in unserer Auswahl, dass wirklich kein englisch versteht. Irgendwie bestellen wir dann einen Punsch, ein Bier mit Sprit (leicht zu bestellen) und essen (unmöglich). So richtig wissen wir nicht was wir bestellt haben, aber es scheint sehr kompliziert zu sein, soviel wie der Kellner erzählt, obwohl er weiß, dass wir nüll verstehen. Ich hoffe das hier ist kein Kugelfischrestaurant. Es dauert nicht lange und wir kriegen einen Teller Salat und zwei große Teller voller Fisch und Reis und Gemüse. Ich habe einen ganzen gegrillten und René ein Fischsteak mit kreolischer Sauce. Dazu gibts noch eine Art Gemüseauflauf, der so intensiv und lecker gewürzt ist, hmmm. Schmeckt intensiv nach Pfeffer ohne scharf zu sein und vor allem lecker.


Lief dann aber echt super. Frischer Fisch mit so

Gestärkt gehts dann weiter zu einem weitreen Grande Anse. Schwarzer Sand, endlich. Darauf habe ich schon eie Weile gewartet und leider oder auch endlich perfekte Anfängersurfwellen. Leider keine Surfbretter zum leihen :-( Dafür aber auch kaum andere Leute.

Wir fahren mutig weiter und entdecken noch den ein oder anderen Aussichtspunkt.
 Zum Abschluss gab es noch eine Runde am Handelshafen und ein bissel Stau.
Wohl dem, der nirgendwo hin muss und Seifenblasen dabei hat :-)

Tierische Freundschaft: Kühe und Enten ....

Samstag, 25. Januar 2014

Tag 8: Fische essen keine Erde, nicht mal Sand

Der achte Tag! Mannomann! Erstmal vorab: falls es hier immer mal wieder "w"s gibt, die fehlen... meine Tastatur mag das nicht mehr so richtig. Sop! Nicht, dass ihr denkt ich bin zu blöd oder (w)ahleise zu faul oder so ;-)

Geschlafen haben wir super, die nächtliche Runde im Pool hat gut getan (Nächtlich ist ein großes Wort- 19 Uhr ist hier halt schon Feierabend mit der Welt :-)) Der kleine Bungalow in unserem Hotel kann wirklich was! Am meisten fällt mir auf wie sauber alles ist und wie geordnet und wie schick, der Bungalow ist größer als meine Wohnung und die Dusche mit den bunten Fliesen ein Traum.

Nichtsdestotrotz klingelt der Wecker erbarmungslos um 7 Uhr und wir sollten uns auf den Weg zurück auf anderen Inselteil Grande Terre machen und mal wieder den Versuch anzutreten, an der ECO-Tour vom Aquarium teilzunehmen. Während eines Halbtagesausfluges mit dem Boot (max. 12 Leute) fährt man durch die Mangroven, eine Lagune und schnorchelt im Korallenriff. Beim letzten Mal war das mit dem Datum ja nicht ganz so klar, diesmal war das mit dem Stau nichts ganz so klar :-) Nur leicht verspätet kamen wir und wurden gleich mit Namen begrüßt, ab durch die geheime Hintertür von der Aquariumskasse und rein in den Neoprenanzug! Schnorchel und Taucherbrille geschnappt, Flossen anprobiert und rauf auf das einmotorige Boot. Wieder waren ein paar Adventure-Eltern mit nem 2-jährigen dabei. Das fing aber nicht andauernd an zu weinen, wenn das Boot beschleunigte, sondern schlief tapfer ein!

Erwartungsgemäß waren wir wieder die einzigen Nichtfranzosen, unerwarteterweise hatten konnte uns die nette Barbara, die sich als Kapitäna herausstellte in verständlichem Englisch erklären, was organisatorisch zu beachten ist. Eine kleine Hilfskapitäna gab es auch. Au´ch wenn sie anscheinend nicht so viel machen durfte. Unermüdlich suchten wir Equipment, dass auch auf meinen kleinen Kopf passt und alle waren echt am schauen, dass sich jeder wohl fühlte.

Dann tuckerten wir los und Barbara stand auf der Bootskiste und erklärte die verschiedensten Sachen zum Naturschutzgebiet und über die Insel während sie fachmännisch das Boot lenkte. Tolle Kapitäna, total tough und energisch und in ihrem Element. Wir mussten dann vor zur Kapitäna, damit sie nicht immer gegen den Wind, noch die englische Übersetzung über das Gebrüll des Motors hinweg rufen musste. War ein bissel wie vorne beim Busfahrer sitzen. Wurde dann aber zum Segen, als wir wirklich schnell fuhren und die französische Schnecke, die sich meinen Platz geschnappt hat, von oben bis unten, vor allem im Gesicht und den Augen voller Meerwasser war.

Die erste Station war die Fahrt durch den Mangrovenwald. Verrückte Bäume, die im Wasser wohnen und deren Wurzel gruselig aussehen. Die Äste hängen runter und sehen an den Stellen, wo die Samen sind, aus wie Harry Potter Zauberstäbe. Die Kapitäna missverstand meine Geste allerdings und dachte ich will es als Peitsche benutzten, große Erklärungsnot, dass ich wirklich nur an einen Zauberstab gedacht habe.... nicht so lustig.

Irgendwann nach vielen Infos und geduldiger Übersetzung kamen wir in die Lagune und sollten gemeinsam zum Riff schwimmen. Hier stellte sich heraus, dass die geduldige Suche nach richtiger Brille und Flossen egal war. Unser Zeug hatte sich einfach jemand geschnappt. Auch meine Flossen in mini und meine Brille in Kindergröße. Alles aber nichts unlösbar und innerhalb von 12 Minuten waren wir im Wasser und schwammen 100 Meter zum Riff. Was dann kam, war wirklich das Aufstehen und die 60 Euro wert, eine lebendige, Labyrinthartige Korallenlandschaft voller Fische und großer Rochen. Absolut sehenswert und besser als jedes Aquarium. Nach 45 Minuten schwammen wir wieder zum Boot. Der Ausflug war echt top organisiert. Barbara ist nämlich die absolute Schnorchelqueen. Mit der Unterwasserkamera machte sie Fotos, sie hielt die Gruppe zusammen, zeigte uns die Rochen und zog die ganze Zeit zwei kleine Minischlauchboote, falls mal wer müde ist oder Problem mit der Maske bekommt.

Super Erfahrung, Aquarium ist ein kleines Wort und Schnorcheln ein großes. I am in love!

Halb zwei waren wir wieder zurück und fuhren wieder richtig neuem Lieblingszuhause um was leckeres zum Mittag zu machen. Das Wetter dieses Tages in Basse Terre (da wo wir wohnen) war den ganzen Tag geprägt von Sintflutartigen Regenschauern, die vollkommen normal sind, weil die großen Wolken an den Bergen hängen bleiben, allerdings erstmal gewöhnungsbedürftig. Während wir auf unserer überdachten Terrasse die good old Nudeln mit Tomatensoße genossen, plätscherte es auch so dahin und wir setzten bei der Planung des Nachmittages alles auf eine Karte: Botanischer Garten von Deshaies (unser aktuelles Dörfchen).

Perfekterweise schien der Plan Zustimmung beim Wetter zu finden. Es hörte nämlich genau für die 1,5 Stunden auf zu regnen als wie für 12 Euro pro Person, den wunderschönen, üppigen, bunten Garten besuchten.

Mein Highlight waren gleich die Kois im Eingangsbereich. Für 50 Cent konnte man an einem Kaugummiautomaten Futter kaufen und die Kois sind irre danach. Wie ein Fischwasserfall sah das aus. Beste angelegte 50 Cent. Die französische Rentnergruppe hinter uns, wollte das auch. Allerdings schien ihnen anscheinend 50 Cent zuviel dafür, so dass sie es einfach mit dem Sand, aus dem in der Nähe stehenden, Aschenbechereimer versuchten. Merkwürdig.

Für weitere 50 Cent konnte man in der Papageivoliere auch noch die Vögel auf sich sitzen lassen. Verrückt. Die beachten auch nur den, der das Geld reingesteckt hat. René sah innerhalb von Minuten aus wie ein Pirat, der ein Vogelcasting veranstaltet....

Sonst viele schöne Blumen, Palmen, eine Mimose, die sich wirklich zusammenzieht :-) ein Wasserfall und riesige Bäume.

Nach dem botanische Garten fuhren wir dann noch an den großen Strand in der Nähe - auch wenn es nun wieder regnete. Grande Anse..viel von gehört und wirklich schön. Der Sand ist 3 Nuancen dunkel und bräunlicher als, der den wir kannten und viel weitläufiger. Es war schon halb sechs und die Kokosnusssorbetverkäufer packten schon zusammen, dass Schild kündigte allerdings auch welches mit Passionsfrucht an - werde ich unbedingt probieren!






Bereit zum Unterwasser sein


Im botanischen Gärten


Rentnergruppe beim Fisch fuettern


grande Anse 

Mittwoch, 22. Januar 2014

Tag 6: Ein perfekter Tag in Petit Terre

Guadeloupe hat verschiedenste kleine Inseln um sich herum gescharrt.Die meisten unbewohnt und nur mit dem Boot zu erreichen.

Der  heutige Tag sollte uns für 90 Euro pro Person auf einem 1-2-viele-motorigem Speedboot dorthin bringen. Der Mann, nennen wir ihn Patrick, weil er so heisst :-) versprach uns bei der Buchung einen perfekten Tag. Wir haben ihn relativ am Anfang des Urlaubes zufällig getroffen, als er gerade sein kleines Rundreisen/Aktionsverläuferhäusschen abgeschlossen hatte.  Ich kann nur sagen: Was für ein Glück, dass er uns über den Weg gelaufen ist.

Ursprünglich wurde uns gesagt, dass der Kapitän keine Ahnung von deutsch und englisch hat. Wir sollen dann einfach zum Hafen gehen, Polo finden (Polo soll groß sein, keine Haare haben und weiß) und der regelt dann,dass wir auf das Boot kommen und bei 12 Teilnehmern wird schon irgendwer ein wenig englisch für uns übersetzen können. Ehrlich gesagt, ist mulmiges Gefühl ein kleines Wort, aber wir haben uns ja für das Alien-Dasein entschieden.

Am Hafen angekommen, war es kein Problem Polo zu finden, der nun französisch sprach. Es schaffte uns mit unserer englischen Quittung von Patrick zum Speedboot, wo ein Typ, der aussah wie Paul Walker, bloß gebräunter, auf uns wartet. Und ja:-) das war unser Kapitän! Und er war Franzose, hatte gute Laune und keine Problem uns auf englisch zu erklären, dass wir uns Badesachen anziehen solle, Sonnencreme benutzen sollten und unsere Schuhe in eine Kiste packen. Hier muss ich noch anmerken, dass ich aufgrund meines Jobs die Bezeichungen der verschiedensten Kleidungsstücke, unter anderem auch auf französisch, beherrsche und ich endlich meine "Mailotte de Bain" Kenntnisse sinnvoll anwenden konnte. Das Wort kannte der Kapitän nämlich nicht ;-) Auf dem Boot fanden uns alle irgendwie niedlich... die zwei kleinen Deutschen.

Es gab 6 Plätze hinter dem Kapitän und seinem Skipper Jeremy und vorne auch nochmal 6. Wir saßen vorne mit Blick nach vorne, links und rechts mit dem Rücken zum Boot jeweils ein französisches Päärchen Ende 30 bzw. Ende 40, die uns beide bei jeder Welle, die das Boot nahm und bei jeder Welle die ins Boot kam, liebevoll anschauten, als ob wir uns gleich auflösen und die das schade finden. Generell wurden wir scheinbar mit verständnisvollen Blicken bedacht, als wären wir ausgebüchste Teenager, die mit Papas Kreditkarte so lange durchbrennen, bis die Winterferien vorbei sind.

Die Fahrt dauerte 45 Minuten und war einfach der Wahnsinn, hoch runter, Wasser auf den Wellen und ein bisschen Geschaukel. Wir fuhren mit dem Speedboot an dem Aussichtspunkt vorbei, den wir schon kannten und mir war diese Insel so vertraut, als wären wir schon weitaus länger als eine knappe Woche hier.

Endlich kam die kleine Insel Petit Terre zum Vorschein. Direkt gegenüber liegt die unbetretbare Schildkröteninsel. Das Boot hielt und der Kapitän setzte zu einem 15 minütigem Vortrag an, was man darf, was verboten ist, wo wir sind und Organisatorisches. Naja.... ich finde gut, dass die Franzosen nicht so schnell reden wie die Spanier. Ich finde nicht so gut, dass alle Wörter, die ich kenne nicht in der Erklärung vorkamen.

Machte aber nichts! Denn alle meine gesammelten Karmapunkte der letzten Monate manifestierten sich in Pierre! Pierre war Mitte 50 und hatte sich in der Blüte seiner Jugend gegen eine professionelle Boxerkarriere entschieden und für die sinnvolle Aufgabe des Deutschlehrers in Toulouse! Der Kapitän erklärte genauso geduldig und ausführlich, wie beim ersten Mal seinen Landsleuten und nun Pierre, und der dann noch ausführlicher und ausschweifender uns, was hier so unsere kleine Insel alles kann. Mich hat das ziemlich verdutzt, dass die sich soviel Zeit genommen haben, alles mit nem Lächeln.

Der Rest des Tages war einfach nur schön. Im flachen Wasser mit Rochen und Babyhaien schnorcheln. Unmengen an bunten Fischen und die Sonne im Palmenpanorama immer im Blick. Auf der Insel leben auch noch jede Menge freilaufende Leguane, die immer mal wieder gemütlich vorbei kamen um dann wie kleine Angsthasen wegzulaufen. Das Laufen ist eher so eine Art Springen, wie über glühende Kohlen, drollige Dinger.

Zum Mittag gab es lecker Barbeque. Fisch und frischen Salat, kreolischen Reis und eine leckere Sauce. Dazu natürlich Wein :-) Wir sind ja in Frankreich. Punchmäßig waren die auch super ausgestattet. Um 10 Uhr gab es einen Guavenpunch.Als Aperitif vor dem Essen einen Coco-Punch aus der Distillerie, in der wir gestern waren und nach dem Essen einen Kaffee-(Punch). Für mich sogar zwei :-p

Der nette Pierre, brachte uns dann auch noch ein Heinekken und fachsimpelte mit uns über Fußball und Angela Merkel. Die verbliebenen 90 % der Franzosen am Tisch ließ sich von ihm das Gespräch übersetzen. Alles tippi-toppi und ich habe diese ganzen Franzosen beim Mittag wirklich in mein Herz geschlossen. Vergleichbare Situationen mit deutschen Reisegruppen, habe ich bisher noch nicht so entspannt und gelöst und angeregt erlebt. Die Sonne machts halt. Als Nachtisch gab es noch gegrillte Bananen mit Rum. Ich muss mir dringend einen Grill und einen Balkon kaufen!!!

Nach dem Essen konnte man noch eine kleine Wanderung zu dem Minileuchtturm auf der Insel machen und weiter übermütige Leguane beobachten, die dann doch Muffensausen bekommen und sich im Busch verstecken, Kokosnüsse sammeln und baden, schnorchel, sonnen ...

Pünktlich um 16 Uhr war dann zurücktuckern angesagt. Hätten wir fast nicht geschafft, weil ein Riesenbarrakuda René nicht aus dem Wasser lassen wollten. Laut Wikipedia greifen die einmal an uns beißen tiefe blutende Wunden und verschwinden dann wieder lustlos ins Meer... verrückt! Also immer schön bei der Gruppe bleiben und nicht so weit raus!

Unser Kapitän war nicht im geringsten lustlos. Mit der feinsten Sommermusik fuhren wir der Sonne entgegen. Wir waren das letzte Boot und er ließ es sich nicht nehmen, noch mal ganz langsam vor der Turtle-Island anzuhalten. Wir haben riesige Schildkröten gesehen, die eine hat zum Abschied auch noch ihren Kopf neugierig aus dem Wasser gehalten. Was für ein Tag!

Wieder in St. Francois im Hafen angekommen, wurden wir mit Küsschen links/rechts verabschiedet und tuckerten gemütlich zum Auto und nach Hause. Ich hätte nicht erwartet, dass es so ein harmonischer Tag werden würde, bei dem ich mich nicht nur in dieser fremden Gruppe, ständig wie ein Alien fühle muss, sondern einfach mit netten, etwas älteren Leuten einen herrlischen Tag am Strand verbringe. Keine Ahnung wie das zu toppen sein soll.

Bilder jibbet dann morgen!

Dienstag, 21. Januar 2014

Tag 5: Ein Stück Wernigerode in der Karibik

Heute wieder pünktlich um 7 Uhr aufgestanden und mit dem kleinen Kolibrifreund gefrühstückt. Irgendwie haben wir dann so lange gebummelt, bis eine kleine Husche kam. Die bisher erste im Urlaub und sie dauert ca 13 Minuten :-) Gut, dass ich vorher die Wäsche aufgehangen habe :-p

Verrückterweise brachte die erste Husche, auch die erste Schnecke mit sich. Der kleine Kumpel und seine kleinen Schneckenfreunde versuchten nach dem Regen eine Palme zu erklimmen. Ob die sich vor dem üppigen Regenguß schützen wollten, oder da oben gemeinsam eine Kokosnuss zu Fall bringen? Wer weiß, wir wollten ja noch was anderes tun, als das Tagwerk von ca 25-28 Schnecken begreifen. Interessiert hätte es mich aber irgendwie schon.



Eigentlich wollten wir heute in die zwei Museen, die ich ins Auge gefasst hatte. Erstmal war uns aber doch nach Strand. Wir haben nämlich einen direkt hinter der Haustür, den wir noch gar nicht richtig ausgekundschaftet haben. Außerdem ist auch gleich nebenan, das wohl exklusive Club Mediteran Hotel Dingelchen. Da soll es auch ganz hinreißend sein. Auf dem Weg (Weg ist hier ein kurzes Wort, es ist quasi im Sichtweite zu unserem Garten) wurde uns dann schnell klar, dass der Strand hinter dem Haus, der Strand war, den wir besucht hatten, als wir zwischen erster Übernachtung und Wohnungsübergabe durch Sainte-Anne geturtelt sind.


Also weiter, uns stand der Sinn nach etwas Neuem. Der Club Med Strand war durch eine Drehtür Gatter-Eisen-Anlage über einen Trampelpfad zu erreichen. Fühlt sich irgendwie illegal an, es strömten aber für lokale Verhältnisse viele Menschen dorthin, also nichts wie durch. Der Strand konnte auf jeden Fall etwas. Feiner Sand, riesige Palmen und WIND: Das lag jetzt nicht direkt am Strand, aber WIND!


 
Nach ner kleinen Runde schnorcheln und 20 Seiten im Buch, beschlossen wir dann lieber etwas noch abenteuerliches zu unternehmen, als uns hier rein zu schleichen. Auf der Karte von Guadeloupe war schnell ein kleiner Strand an einer kleinen Bucht in einer dörflichen Gegend ausgemacht, der sicher keine Zäune und Gater braucht um alles schön zu halten. Perfekterweise lag der Strand auch auf dem Weg zum Museum Edgard Clerk.

Das obligatorische zweite Frühstück:Frische Crossoints


Die Strecke fuhr sich ganz gut. An dieser Stelle ein Hoch auf das tapfere kleine Navigationsgerät, dass sogar sämtliche Trampelpfade von Guadeloupe kennt.


Endlich angekommen, wurde das Anti-Auto Pro-Naturschutzgebiet von uns penibel beachtet und dem Weg zum Anse d´Eau stand nichts mehr im Wege. Die Franzosen mögen das Zeichen nicht so.
Im Grunde war es nur eine kleine Badebucht, aber der Weg dorthin auf den Schotterpisten, vorbei an Kühen, die mit kleinen Vögeln zusammen grasen und immer wieder der heranrasende Gegenverkehr, machten die Fahrt zu solch einer Expedition, dass der kleine Strand wie ein Schatz wirkte.
Es gab Schatten, feinen Sand und viel zu entdecken. Vielleicht waren hier noch zehn andere Leute. Anscheinend gehört die Taucherbrille und der Schnorchel hier wirklich zum guten Ton.






Unter Wasser hab ich zum ersten Mal richtig viele bunte Fische gesehen. Gelbe kleine, große hellblaue und welche mit leuchtenden Streifen. Anzahl der fiesen Seeigel: =0. Anzahl der Mal, bei denen ich dachte "Gleich kommt ein Hai= 2. Weder Hai noch Haichen. Alles gut.

Nach dem Stranden war es dann auch irgendwie schon 15 Uhr geworden. Höchste Zeit ins Museum zu fahren. Dort ging es zum besagten Edgard Clerk (kurz hinter Le Moule), der anscheinend irgendwas ausgraben hat und allgemein um die Ureinwohner der Karibik und sowas. Total niedlich gemacht, kostete Null Euro. Das wir kein französisch sprechen hat weder die Frau noch den Mann am Eingang gestört. Zum zweiten Mal in diesem Urlaub wurde geraten, dass wir aus der Schweiz kommen.



Spontanerweise sind wir dann auch noch in die Distillerie hinter Le Moule gefahren. Hier wird der von mir so geliebte Zuckerrohrschnaps hergestellt, der quasi die Hauptzutat für meinen Punch ist (Das klingt versoffener als es ist! Ich schöööwööööörrreee). Man konnte die ganze Distillerie durchwandern, die einzelnen Stationen wurden -leider nur auf französisch- erklärt. Wir haben uns den größten Teil dann zusammengereimt, aus dem was wir sahen, dem was mal in Physik erzählt wurde und der Rest war eh nicht wichtig.


Bis in die Karibik, good old Wernigerode!


Es roch ziemlich krass. Erst nach Schmiere und Maschinen und alten Garagen. Dann ziemlich nach Zucker, wegen dem Zuckerrohr, das zerhäckselt wird und dann nach Schnaps. Ich bin immer noch betrunken vom inhalieren beim durchgehen. Und ich schwöööhöööreee ich habe nicht mehr oder tiefer geatmet als gewöhnlich, als es an den riesigen Dampf-Kesseln vorbei ging :-)))))

So. Nun ist es 19 Uhr und wir werden noch nen kleinen Abstecher in die Bar hinter dem Haus machen, die haben wir heute nämlich zufällig auch entdeckt.

Guten Abend mein kleines französisches Inselchen. Tief im Herz!


























Tag 4: Ernie auf französisch

Woran merkt man, dass man nicht zu Hause frühstückt sondern in karibischen Gefilden? Das Brummen, dass man üblicherweise einem Maikäfer zuordnen würde, kommt nicht von besagtem Käfer, sondern vom hauseigenen Kolibri. Unser kleinen Freund hat nämlich direkt über unserem Tisch sein kleines Nest. Es ist so winzig und ich kann mir gar nicht genau vorstellen, wie winzig dann die Vogelbabys sein müssen. Ist echt ne Sache, wenn der direkt vor einem in seinen Schwirrflug geht. Mein, mittels Arte Tier- und Reisedokumentationen erworbenes Wissen, macht sich an dieser Stelle wieder mal richtig gut! Ein Kolibri muss alle 15 Minuten eine Blüte zum suffeln finden, sonst hat er nicht genug Energie und naja... trauriges Ende. Deshalb wird der Kolibri auch nicht gefangen, sondern bestaunt! Ziemlich in der Mitte vom Bild kann man das kleine Nest sehen. Verrückt!

Ansonsten startet der Tag zum ersten Mal seit wir hier sind mit einem Wecker um 7 Uhr. Langsam gewöhnen wir uns an die Zeitverschiebung von 5 Stunden. Ich wache jetzt nicht mehr halb 5 auf sondern halb 7 und Schlafenszeit ist schon auf halb 10 gerückt ;-) Heute ist der erste Ausflug, den wir gebucht haben. Ab zum Treffpunkt im Aquarium zwischen Point-a-Pitre und Le Gosier, hier gehts los... um genau 5 Minuten vor 9. So ein wenig ein komisches Gefühl hatten wir gestern beim Buchen schon, die Buchung der ECO Tour haben wir direkt im Aquarium erledigt. Wir sprachen englisch und die Frau dort französisch. Joar, mehr Platz für Spontanität und Eigendynamik. Das merkwürdige Bauchgefühl, als die Frau gestern uns den Tag immer wieder mit Monday Monday bestätigte, bei"tomorrow" jedoch vehement mit dem Kopf schüttelte, war nicht ohne Berechtigung. Ich war mir sicher sie versteht "tomorrow" nicht. Hab ich sie mal volle Kanne unterschätzt, die Franzosen. Monday war das Problem in dem Satz. Monday war nämlich Tuesday. Wer jetzt denkt, das genaue Ausmachen eines Datums hätte geholfen: No way! Unser Handy war auch einen Tag im Datum zu weit. Auf dem war nämlich bereits Montag schon Dienstag. Unbezahlbar: So sehr ohne Alltag und Zeit urlauben, dass man sich gegenseitig 20 Sekunden tief in die Augen schaut, dann die Aquariumsmitarbeiterin an, und wirklich nicht weiß welcher Tag ist! Das Universum hatte anscheinend einen anderen Plan für uns an diesem Tag - lassen wir uns einfach treiben, dann kann nichts schief gehen.

Also entspannt auf die Freitagstour umgebucht (macht ja nichts, mehr VORFREUDE), weil Dienstag die Schnorchelaction zur Schildkröten/Babyhai/Barbeque Action ansteht. Voller Ermutigung, dass es ohnehin genügend alternative Abendteuer gibt, sind wir dann ohne Navi, dafür mit Karte bewaffnet in den Norden von Grande Terre gedüst, um ein paar Strände abzuchecken. Unglaublich mit welcher fachmännischen Hingabe man das tun kann. Jede zweite Straßenabfahrt ist quasi ein Strand, der sich in der Beschaffenheit des Sandes, der Anzahl der Palmen, der Breite des Sandstreifens und der touristischen Erschlossenheit unterscheidet.

Nach einem kleinen Abstecher im Städtchenzentrum von Port-Luis ging es dann zum Anse du Souffleur. In Port-Louis noch schnell die Kirche begutachtet: besonders interessant, war das noch aufgebaute Krippenspiel mit einem überdimensional großen Jesus Baby. Das war ca 5 mal so groß wie seine Eltern. Entweder wurde das ursprüngliche gestohlen oder es liegt eine tiefere Aussage darin, die optisch verdeutlichen soll, wie groß Jesus ist. Nun gut. Lasst mich durch, ich muss zum Strand!

Der Strand war herrlich und so ziemlich perfekt. Schatten unter Palmen, Muscheln, breiter Sandstreifen zum Strand und hellblaues Wasser. Perfekt ist ein kleines Wort.

Geliebte Palme

Wir (ich) haben unsere Schnorchelskills (Panik) nochmal deutlich verbessert. Ich kann jetzt a) ohne 15 Minuten auf das Wasser zu starren, den Kopf unter Wasser tunken b) ich fange nicht an panisch zurückzuschwimmen, wenn ich einen schwarzen bösen Seeigel sehe c) ich kann mit dem Schnorchel unter Wasser gehen und dann das Wasser wieder auspusten. Noch nicht ganz so imposant wie ein Wal, aber gute Wal hat Weile.

Schnorcheln und Schwimmen macht hungriger, als ein karibisches Frühstück anhält. Die Essensbeschaffung erledigte auch das Universum für uns. Auf dem Weg zur Restaurant-Suche bekamen wir einen Flyer in die Hand gedrückt, in französisch aber es konnte auf englisch erläutert werden. 12 Euro fürs Menu! Perfekt! Zuschlagen. Außerdem, dass aktuelle alles-toppende-Pro-Argument: es gibt einen Punch dazu!

Absolute Empfehlung!!!!


Ich war auch kurz vorm Verhungern, liebe Grüße an meine Eltern! Dieses Gesicht kennt ihr ja:

Kurze Zeit später, bekam ich aber meinen Punch und mein Essen und alles war wieder gut!

Wir sind dann zurück an den Strand und blieben so lange, wie die Mücken es erlaubten. Komische Sache, die Mücken sind total miniwinni. Man kann die kaum sehen, wenn die aber zu 20st auf einem sitzen, brennt das wie Feuer... fluchtartig packten wir zusammen und dann ging es im mückenfreien Auto weiter Richtung Anse Betrand. Wellen gegen Stein schauen.

Von dort aus, schlugen wir uns Richtung Sonnenuntergang zum anderen Porte dÉnfer (das heisst wohl Höllentör, aber es ist einfach nur traumhaft) durch, wo die wahre Madame Coco ist Wasser gehüpft sein soll. Alle 20 Meter gibts hier einen tollen Aussichtpunkt und man kann mehr als wunderbar die Steilklippen entlang schauen. Kaum andere Leute und eine gute Gelegenheit große Natur in Ruhe zu genießen.

Letztes Ziel des Tages war noch die kleine Lagune am Höllentor. Hier kann man wunderbar wandern und über Steine klettern und den kleinen und großen Krebsen beim stänkern zu schauen.
Für manche, auch mit Schlappen keine Herausforderung. Zwischen Gummibäumen und vertrockneten Bäumen, kalkigen Steinen und Krebsen, zwischen zwei Bergen dieses kleine ruhige Strändchen. Irgendwie genau das richtige zum Abschluss einen feinen Tages.






Zuhause angekommen, endete der Tag wie er begonnen hat. Unser Ausflug für "tomorrow" (der andere) fällt leider aus und muss auf after-tomorrow verlegt werden. Der Anruf bei Patrick, dem Ausflugbuchungsunternehmens unseres Vertrauens (er hat nen Chiwuahaha), sicherte nochmal ab, dass wir alle vom gleichen morgen sprechen :-)
So dann gute Nacht. Da wir nun auch schon braun genug sind, wird morgen erstmal ein Museumstag eingelegt. Ich hab nun schon dreimal gelesen, was in den zwei Favourite Museen so abgeht, aber immer wieder vergessen. Hoffentlich haben die beiden dann in echt einen bleibenderen Eindruck.










Sonntag, 19. Januar 2014

Tag 2: Eine Runde an der Küste mit Krebsen, Kolibris und laufenden Muscheln

Der zweite Tag fängt früh an, denn der erste Tag hat früh aufgehört. Die Zeitverschiebung von 5 Stunden macht sich doch schon irgendwie bemerkbar. Macht aber gar nichts, denn mit den gefühlten 5 Stunden später, ist man hier perfekt an die Sonnenaufgehzeit um 6 Uhr und Sonnenuntergehzeit an 18 Uhr angepasst.

Geheimagent-Gecko
Mein kleiner Kumpel ist auch schon wach und sucht nach neuen Abenteuern.


Heute ist Tag zwei und das Aufwachen fühlt sich normal an. Ich habe geschlafen wie ein Stein und weder den Regen, noch die Vögelkollonie, die pausenlos piepst, noch die Kokosnuss, die aufs Dach gefallen ist gehört. Frühstück gabs auf der Terrasse hinterm Haus und innerhalb kürzester Zeit stand das Programm für den heutigen Tag.

Frühstück Baby!

Direkt neben Sainte-Anne liegt der Plage de Bois Jolan. Nach dem zweiten Kaffee wurde das Auto mit dem Nötigsten beladen und auf ging es zum Schnorcheln und Palmen begutachten. Der Strand war herrlich, nicht so breit uns ausgedehnt wie vermutet, aber einfach ein Traum. Im Sand liegen, die Krebsen zuschauen, wie sie mit ihrer kleinen Muschel auf dem Rücken irgendwo hinkrebsen und den feinen weichen Sand durch die Finger rieseln lassen.

Langsam setzt Entspannung ein. Hektik ist mir schon ein Fremdwort und ich fühle mich als ob die Zeit stehen bleiben könnte, weil sie hier einfach nicht wichtig genug ist.



Den Strand kann man wunderbar entlang laufen und die Kokosnusspalmen, die direkt am Meer wachsen und Postkarten Romatik versprühen, genießen. Ich hab vor kurzen eine Reportage gesehen, an die ich hier bei jeder Palme denken muss. Die sind ja nicht ewig hier gewesen.

Die Insel ist irgendwann mal aus nem Vulkan rausgehüpft äh entstanden und so tucker tucker tuckermäßig sind die Kokosnüsse übers Meer hierher geschwommen, gestrandet und gewachsen. Die kleinen Racker - ich bin ganz verliebt.

Plage de Bois Jolan

Die gestern gekaufte Schnorchelausrüstung kam auch gleich zum Einsatz. Ich habe es dann auch irgendwann geschafft meinen Kopf samt Taucherbrille und Schnorchel unter das 20 cm tiefe Wasser zu halten. Gar nicht so einfach. Ich meine, ich habe keine Angst vor Kopf unter Wasser, und vor im Meer-sein auch nicht. Aber naja, vor dem was im Meer ist: Fische, Krebse, Pflanzen ... Sand geht so halbwegs. Wer sich jetzt zurecht fragt, warum ich dann schnorcheln will: verpassen will man ja auch nichts und die Angst für immer bei sich zu behalten machts ja auch nicht besser. Außerdem find ich Seesterne soooo niedlich!!!!
Mein Schnorchelausflug war nach 15 Minuten und der Sichtung einer vollkommen unbeweglichen Seeigel-Familie der Farbe Schwarz also Alarmstufe ROT vorbei. Naja. Morgen wieder!

Beine oder Hotdog ;-)


Vom Strand aus lag unser nächster Zwischenstopp in der nächsten größeren Stadt Saint-Francois. Hier gab es einen kleinen Flugplatz und wir haben uns ausgiebig die französischen Ultraleicht und Motorsegler angeschaut. Zum Fachsimpeln konnte ich nicht soooviel beitragen, aber immer wieder schön. Außerdem gab es hier noch einen grünen Gecko zu bewundern!

Find den grünen Gecko
Weiter ging es nach Norden zum Porte dé  Enfer, eine krasse Grotte im Meer, in die eine verrückte Madame Coco geflüchtet sein soll. Angeblich guckt da immer mal der Schirm aus dem Wasser. Kein Schirm, dafür hübsche Wellen, und ein kleiner feiner Strand, den man ganz für sich alleine genießen konnte.








   

Hunger macht sich breit und damit auch die Gewissheit, wieder einmal in die Realität des Nicht-französisch Sprechens einzutreten und unseren kleine deutsche Blase zu verlassen. Auf der Fahrt nach Le Moule halten wir kurz an Timos Grill, jedenfalls hab ich den Restaurant Namen so interpretiert. Timo oder jemand der mit ihm verwandt ist, grillt und es riecht nach gebrutzeltem Fleisch und leckerer Soße. Leute sitzen rum, es gibt eine Schaukel, die an einem Baum knarrend befestigt ist und ein paar Typen sitzen an der Gegenüberseite vom Grill ganz relaxed auf ein paar Barhockern. Entspannte Stimmung macht sich breit. Der Grillmeister wirkt aber nicht ganz so entspannt, als wir ihm deutlich machen, wir "no francois". Vielleicht tu ich ihm auch Unrecht... jedenfalls springen ein paar Leute ein und übersetzen ein wenig die Karte.Timo, oder jemand der mit ihm verwandt ist, mischt sich dann doch mal ein: es gibt nur noch ein Essen und dass sind Schrimps am Spieß. Das heisst: weiter, ich esse ja keine Meeresfrüchten.

Find die laufende Muschel!

In Le Moule angekommen halten wir an einem kleinen italienischen Restaurant an der Straße. Plastikstühle und Tischdecken und eine Karte, die wir nur interpretieren können. Macht aber nichts, die Kellnerin versteht unser Problem, interpretiert es ihrerseits und holt ihre Mutter, die den Familienbetrieb unterstützt. Die Mum kann auch kein englisch, spricht aber so eine Art französisch und hat etwas gewinnendes, dass es keine andere Möglichkeit gibt als hier zu bleiben und zu essen. So richtig wissen wir nicht was kommt, wir haben immer mal wieder genickt und "Chicken" in unsere- naja- Unterhaltung eingeworfen. Wir bekommen jeder ein Radler und langsam macht sich das mulmige Gefühl und die Befürchtung breit, dass wir vielleicht das Reisegeld von zwei Tagen hier loswerden könnten. Dann kommen kleine Brote mit getrockneten Tomaten und Oliven als Aperitif. In Portugal haben wir mal 10 Euro für Butter und Brot vorweg bezahlt, wer weiß was hier passiert und schnell laufen können wir wegen meiner Blase am Fuß auch nicht mehr. Egal: durch und fertig. Nach den Brötlis kommt Salat mit einem großen Stück paniertem Chicken. Lecker. Dressing fein, etwas Fromaaaaasschhh und frisches Brot dazu. Egal, wieviel uns dieser Touristenfang hier zu stehen kommt, es hat geschmeckt und das ist im Grunde ja auch das Wichtigste. Der Vater kommt dann zwischendurch auch noch vorbei und fragt uns, wie es schmeckt, das machen wir wieder auf Händisch und Füßisch. Als wir dann ungefragt die Rechnung bekommen, wird klar, dass es Sinn gemacht hat, die ganzen Karma Punkte im letzten halben Jahr zu sammeln: 30 Euro für zwei Essen und drei Getränke. Perfekt: fast unter Einkaufspreis :-)
DEN ELF!!!!

So gestärkt schlendern wir dann noch eine Runde durch Le Moule und kaufen mir noch ein Haargummi, meiner war verloren gegangen und ich war kurz davor mir mit dem Messer vom Essen einen frechen Bob zu schneiden :-) und dann gings weiter zum äußersten Punkt der Insel im Osten. Dort treffen Atlantik und Karibisches Meer zusammen und die Aussicht ist so traumhaft, dass es leider nicht das Abgeschiedenheits-Flair des vormittags hatte, trotzdem gut war. Wir sind ein bissel über die alten Steine gehüpft - die mal Korallen waren, haben weiter den kleinen Krebsen beim Tagwerk zugeschaut und uns vom Wellenspiel fesseln lassen. Großes Kino!

 

Wieder zu Hause klopfte Melanie, unsere unbekannte Vermieterin, nochmal an. Ihre Mom hatte ihr die lustige Geschichte von gestern erzählt. Lustigerweise wissen wir jetzt auch was die verwirrte Omma wollte: mit uns zur nächsten Stadt laufen, weil der Bus nicht kam.Sehr gut: Also nicht mit Leuten mitgehen, die man nicht versteht und die verwirrt rumbrüllen. Jedenfalls ist morgen Karneval in der Stadt. Ich bin gespannt.