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Samstag, 1. Februar 2014

Tag 11: Ein Tag rund um die Inselhälfte Basse Terre

Tag 11 führte uns erstmal wieder sehr sehr früh nach Boulliante zur Tauchstation. Um 8 Uhr war angesetzt für das Wracktauchen, ich war mit Buch und Handtuch und Schnorchelausrüstung bewaffnet und hab das alternative Freizeitprogramm - Schildkröten gucken und lesen - gebucht. Außerdem gab es die obligatorischen Regenfälle, die die obligatorischen Regenbögen immer und immer wieder ins Meer gießen. Ich glaube unter irgendeinem Stein verbirgt sich mal kein kleiner Krabbel-Krabben Kumpel sondern Regina Regenbogen. Verrückt, wenn ich mal Glück suchen muss, komme ich auf jeden Fall wieder und setze mich an den Strand von Boulliante, die angebliche Schildkrötengarantie ist doch eher eine Regenbogengarantie. Aber wer weiß, vielleicht habe ich die Frau vom Tauchen auch falsch verstanden ;-)

Nachdem die kleine Reisegruppe wieder zusammen war und der Platzregen mit dem Regenbogen gen Verdunstung zog, ging es weiter. Heute stand die Umrundung der Inselhälfte Basse Terre mit dem Auto auf dem Plan. Erster Stopp war Petit Anse, der kleine Bruder von Grande Anse. Wieder mal ein wunderschöner Strand, der viel Sand, Palmen und kristallblaues Wasser zu bieten hatte. Der Strand war recht klein und wir hatten ihn so gut wie für uns allein. Das lag entweder am Nieselregen oder an der Kleinheit des Strandes oder daran, dass es Montag 10 Uhr morgens war :-)
Montag 10 Uhr morgens, Taucherbrille auf, Schnorchel an und ab! Ich habe mehr als Blut geleckt. Ich kann mich kaum satt sehen an der bunten kleinen Fischpracht. Das niedlichste war hier, eine kleine Dreier-Fisch Kombo mit fast durchsichtigen dreieckige Fischen mit nem ganz kleinen spitzen Mund.... hach :-) Im Niesel zu Schnorcheln fühlt sich auch ungewohnt an.

Dann gings weiter zu nem kleinen Ausguck am Plage Barque:


Der Ausguck dauerte nicht solange, weil der Regen wieder loslegte- und soviel gab es auch nihct zu sehen.

Nächster Stopp: Musee de Cafe - zufällig am Wegrand und vielleicht ganz gut. Dort waren alle nett, konnten allerdings kein deutsch und nur so viel englisch, um uns zu erklären, dass innerhalb des Museums alles auf französisch ist. Egal, dass liest ja eh doch keiner was im Museum steht, egal welche Sprache. Wir haben trotzdem ne Menge gelernt. Auf der Rückseite der Eintrittskarte war so eine Art Quiz. Unglaubliche Motivationshilfe! Ein Wörtesuchspiel, welches Wort in der Frage steht hier auf den Schautafeln und was mag das bedeuten. So haben wir aber doch verhältnismäßig viel mitgenommen. Ich fand auch noch den kostenlosen Kaffee lecker und die Berge an Kaffeebohnen und das man die Rösterei besichtigen konnte.


Auf weiter, nicht mal die Hälfte der Strecke geschafft. Die Fahrt entlang der Küste war einfach nur sehenswert. Tiefe Täler, Berge und immer am Rand vom Regenwald. Kühe, Ziegen und Hühner, die frei rumlaufen und gackern und watscheln und kleine Dörfchen, in denen immer jemand mit einem Baguette durch die Gegend lief. Kinder in Schuluniformen, Männer mit Pfeiffen im Mund vormittags unter einem Baum. Überall wird die köstliche kreolische Küche beworben und viele fahren deutsche große Autos. Ich werde mich nicht satt sehen können.



Gegen späten Mittag kamen wir in Trois Riveries an, wo wir eigentlich die alten Höhlenmalereie anschauen wollten. Aktuell wird dort renoviert. Das Gute ist: der Eintritt ist kostenlos. Das Schlechte ist: Montag ist zu. Egal. Ich bin eh eigentlich gerade nur hungrig und kurz vor der offiziellen Verhungerung (mal wieder und von einer Sekunde auf die andere). Das volle Restaurant mit direktem Blick auf den Minihafen lockte uns erstmal magisch an. Das Dörfchen machte so erstmal einen leicht authentischen, ziemlich untouristischen Eindruck :-) Das Restaurant brauchte uns aber nicht so sehr, wie ich es. Die Bedienung kam weder hinterher noch was es wichtig, also: strategischer Rückzug. Zeitfenster 5 Minuten bis zu Verhungerung. Und dann Volltreffer: Hauptstraße, die eher eine kleine Gasse ist, kleines Loka mit 6 Plätzen draußen und 10 drinnen, leicht marode aber irgendwie heimelig. Draußen sitzen ist immer gut und wir haben das erste Restaurant in unserer Auswahl, dass wirklich kein englisch versteht. Irgendwie bestellen wir dann einen Punsch, ein Bier mit Sprit (leicht zu bestellen) und essen (unmöglich). So richtig wissen wir nicht was wir bestellt haben, aber es scheint sehr kompliziert zu sein, soviel wie der Kellner erzählt, obwohl er weiß, dass wir nüll verstehen. Ich hoffe das hier ist kein Kugelfischrestaurant. Es dauert nicht lange und wir kriegen einen Teller Salat und zwei große Teller voller Fisch und Reis und Gemüse. Ich habe einen ganzen gegrillten und René ein Fischsteak mit kreolischer Sauce. Dazu gibts noch eine Art Gemüseauflauf, der so intensiv und lecker gewürzt ist, hmmm. Schmeckt intensiv nach Pfeffer ohne scharf zu sein und vor allem lecker.


Lief dann aber echt super. Frischer Fisch mit so

Gestärkt gehts dann weiter zu einem weitreen Grande Anse. Schwarzer Sand, endlich. Darauf habe ich schon eie Weile gewartet und leider oder auch endlich perfekte Anfängersurfwellen. Leider keine Surfbretter zum leihen :-( Dafür aber auch kaum andere Leute.

Wir fahren mutig weiter und entdecken noch den ein oder anderen Aussichtspunkt.
 Zum Abschluss gab es noch eine Runde am Handelshafen und ein bissel Stau.
Wohl dem, der nirgendwo hin muss und Seifenblasen dabei hat :-)

Tierische Freundschaft: Kühe und Enten ....

Sonntag, 26. Januar 2014

Tag 9: Ab in den Regenwald

Aus gegebenen Anlass wurde gestern vom Standard-Frühstücksritual abgewichen und wir vernaschten einen kleinen Kuchen. Noch leckerer als er aussieht, bis auf den letzten Krümel weggeputzt.

Obwohl es noch ganz schön früh war, machten wir uns auf den Weg zur Traversee. Das ist eine große Straße - große Straße ist hier auch ein großes Wort - die die Inselhälfte Basse Terre von Westen nach Osten verbindet. Man fährt hier direkt durch den Nationalpark, nicht beim Vulkan aber trotzdem eine ganz eigene Atmosphäre.

Als erstes Tagesziel stand der Park de Marmelles auf dem Programm. Hier hat man die Möglichkeit mitten im Regenwald einen Hochseilgarten zu besuchen. Beim Eingang angekommen begrüßte uns eine nette fröhliche Frau auf französisch, wechselte dann doch ohne Probleme ins Englische. Für 20 Euro pro Person wurden wir fix mit Gurtzeug ausgestattet und eine netter Herr, der kein englisch kann, wies uns in die Kunst der perfekten Sicherung in luftiger Höhe ein. Die Kombination aus seinen Erklärungen und seiner Vorführung ließen mich jedenfalls fließend französisch verstehen. Nach dem obligatorischen Vorführen des theoretisch gelernten Sicherns durften wir dann losstarten!

Viele kleine Seilbahnen, kleine Hindernisse und Balanceübungen - im Grunde nichts Neues- das Ambiente war einfach einmalig. Es hatte wieder angefangen zu regnen, die Bäume schwangen immer etwas mit dem Wind mit, es roch nach Erde und Grün und es war einfach Regenwald-Feeling, da der Baumbewuchs echt dicht war. Irgendwann zog ich einen meiner zwei Pullover aus, irgendwann ließ uns die Großfamilie vor uns, die ein ziemlich ängstliches (ängstlich gleich langsam) Mädchen dabei hatte. Irgendwie sind auf dieser Insel besonders viele nette Leute. Wir hörten diese Familie noch eine Weile, die Jungs versuchten nämlich erfolglos das Schnecki mittels Affenimitation zum Schnellerklettern zu bewegen. Besonders toll fand ich noch den Parcours, auf dem 200 Meter lange Seilbahnen waren. Verrückterweise sah man beim losfahren das Ende nicht. Ging teilweise wirklich beängstigend schnell durch den Wald. Zum Glück bekommt man vorm losmachen einen Bremshandschuh um mit der Hand, die sich nicht an der kleinen Winde festhält, ein wenig das Drahtseil zu umfassen und abzubremsen. Wenn man sich ordentlich am anderen Ende gesichert hatte, drückte man auf eine kleine Klingel und der nächste kann losfahren. Verrückt, aufregend, ohne Angst.



Nach dem Park ging es immer die Straße weiter. Man fährt durch kleine Straßen, die eigentlich für ein Auto fast zu schmal sind, die verrückten Franzosen brettern aber auch durch die Kurve mit nur gefühltem Wissen ob Gegenverkehr kommt oder nicht. Ich würde wirklich gerne mal die Unfallstatistik vom Guadeloupe sehen. Landschaftlich toll zum gucken, geschwungene Täler, die tief runter gehen, kleine Flüsse, viel viel üppiges grün -Nationalpark eben. Eines meiner neuen Hobbys ist ja auch noch das Ausguck-Finden. Auf unserer Karte ist da dann immer so ein strahlenförmiges Zeichen, lohnt sich mal mehr und mal mittel. Dieser Ausguck hat nicht so viel Ausblick gebracht, sah aber ansich niedlich aus.

Vincents kleiner neuer Kumpel
Es gibt ca. eine Million Wanderwege in den verschiedensten Kategorie. Da es gestern den ganzen Tag geregnet hat, gab es nur noch drei: Supermatschig, Schlammig und Matschig :-) Wir entschieden uns gegen Supermatschig und trauten uns dann erst bei Schlammig in den Wald. Ein lohnenswerter Spaziergang und wieder diese Regenwald-Stimmung, die man mit deutschen Wäldern nicht vergleichen kann. Allein schon wie die Wurzeln von den Bäumen aussehen, wie riesig alles ist und die Quotenpalmen...


Es war nun halb zwei und kurz vor Hunger, wir fuhren die Traversee noch fertig um dann Richtung Heimat Bungalow am Strand von Clugny einen Happen zu Essen, einen Punsch zu trinken und uns angemessen über die 40 Grad Temperaturunterschied zu zu Hause zu freuen. Das Restaurant war direkt unter freien Himmel, in bunten Farben am Strand und hier gabs kein Wort englisch zu sagen. Aber alles kein Problem, wenn man so ein Gourmet ist wie ich und nur Hühnchen oder Fisch ist .... die zwei Worte kann ich ja nun auf französisch.




Frisch gestärkt ging es nun nochmal zum Grande Anse, einen für Guadeloupe-Verhältnisse ziemlich langen Strand. Den hatten wir den Tag zuvor schon im Regen bewundert. Auf meiner To Do Liste stand noch ein leckeres Kokosnuss-Sorbet und zu meiner Überraschung, gab es auch an dem Strand ein paar Slackline, die eine Longline zwischen zwei Palmen spannten und ich konnte ein paar wackelige Schritte machen und mich wieder ein bissel ärgern, meine nicht mitzuhaben :-)



Den verbliebenes Restnachmittag sprangen wir in die Wellen, die hier ziemlich hart gegen Strandende brechen und einen gerne ein paar Meter im flachen Sand rum wirbeln. Das Wasser war wieder mal herrlich, so schnorcheln gab es nichts.

Pünktlich zum Sonnenuntergang um 18:20 wurde noch der hinterm-Haus Strand abgecheckt um dann unendlich erschöpft ins Bett zu fallen. Draußen trommelt jemand. Dann noch jemand, dann ganz viele und es wird immer lauter. Es erinnert mich an meinen Nachbarn, der immer laute Musik macht, nur dass das angenehm ist. Die Vögelchen sind heute Nacht auch zu müde zum piepen. Ich lasse mich vom Rhytmus, mit den Ohrenstöpseln in der Hand in den Schlaf trommeln. Gute Nacht Guadeloupe....

Dienstag, 21. Januar 2014

Tag 4: Ernie auf französisch

Woran merkt man, dass man nicht zu Hause frühstückt sondern in karibischen Gefilden? Das Brummen, dass man üblicherweise einem Maikäfer zuordnen würde, kommt nicht von besagtem Käfer, sondern vom hauseigenen Kolibri. Unser kleinen Freund hat nämlich direkt über unserem Tisch sein kleines Nest. Es ist so winzig und ich kann mir gar nicht genau vorstellen, wie winzig dann die Vogelbabys sein müssen. Ist echt ne Sache, wenn der direkt vor einem in seinen Schwirrflug geht. Mein, mittels Arte Tier- und Reisedokumentationen erworbenes Wissen, macht sich an dieser Stelle wieder mal richtig gut! Ein Kolibri muss alle 15 Minuten eine Blüte zum suffeln finden, sonst hat er nicht genug Energie und naja... trauriges Ende. Deshalb wird der Kolibri auch nicht gefangen, sondern bestaunt! Ziemlich in der Mitte vom Bild kann man das kleine Nest sehen. Verrückt!

Ansonsten startet der Tag zum ersten Mal seit wir hier sind mit einem Wecker um 7 Uhr. Langsam gewöhnen wir uns an die Zeitverschiebung von 5 Stunden. Ich wache jetzt nicht mehr halb 5 auf sondern halb 7 und Schlafenszeit ist schon auf halb 10 gerückt ;-) Heute ist der erste Ausflug, den wir gebucht haben. Ab zum Treffpunkt im Aquarium zwischen Point-a-Pitre und Le Gosier, hier gehts los... um genau 5 Minuten vor 9. So ein wenig ein komisches Gefühl hatten wir gestern beim Buchen schon, die Buchung der ECO Tour haben wir direkt im Aquarium erledigt. Wir sprachen englisch und die Frau dort französisch. Joar, mehr Platz für Spontanität und Eigendynamik. Das merkwürdige Bauchgefühl, als die Frau gestern uns den Tag immer wieder mit Monday Monday bestätigte, bei"tomorrow" jedoch vehement mit dem Kopf schüttelte, war nicht ohne Berechtigung. Ich war mir sicher sie versteht "tomorrow" nicht. Hab ich sie mal volle Kanne unterschätzt, die Franzosen. Monday war das Problem in dem Satz. Monday war nämlich Tuesday. Wer jetzt denkt, das genaue Ausmachen eines Datums hätte geholfen: No way! Unser Handy war auch einen Tag im Datum zu weit. Auf dem war nämlich bereits Montag schon Dienstag. Unbezahlbar: So sehr ohne Alltag und Zeit urlauben, dass man sich gegenseitig 20 Sekunden tief in die Augen schaut, dann die Aquariumsmitarbeiterin an, und wirklich nicht weiß welcher Tag ist! Das Universum hatte anscheinend einen anderen Plan für uns an diesem Tag - lassen wir uns einfach treiben, dann kann nichts schief gehen.

Also entspannt auf die Freitagstour umgebucht (macht ja nichts, mehr VORFREUDE), weil Dienstag die Schnorchelaction zur Schildkröten/Babyhai/Barbeque Action ansteht. Voller Ermutigung, dass es ohnehin genügend alternative Abendteuer gibt, sind wir dann ohne Navi, dafür mit Karte bewaffnet in den Norden von Grande Terre gedüst, um ein paar Strände abzuchecken. Unglaublich mit welcher fachmännischen Hingabe man das tun kann. Jede zweite Straßenabfahrt ist quasi ein Strand, der sich in der Beschaffenheit des Sandes, der Anzahl der Palmen, der Breite des Sandstreifens und der touristischen Erschlossenheit unterscheidet.

Nach einem kleinen Abstecher im Städtchenzentrum von Port-Luis ging es dann zum Anse du Souffleur. In Port-Louis noch schnell die Kirche begutachtet: besonders interessant, war das noch aufgebaute Krippenspiel mit einem überdimensional großen Jesus Baby. Das war ca 5 mal so groß wie seine Eltern. Entweder wurde das ursprüngliche gestohlen oder es liegt eine tiefere Aussage darin, die optisch verdeutlichen soll, wie groß Jesus ist. Nun gut. Lasst mich durch, ich muss zum Strand!

Der Strand war herrlich und so ziemlich perfekt. Schatten unter Palmen, Muscheln, breiter Sandstreifen zum Strand und hellblaues Wasser. Perfekt ist ein kleines Wort.

Geliebte Palme

Wir (ich) haben unsere Schnorchelskills (Panik) nochmal deutlich verbessert. Ich kann jetzt a) ohne 15 Minuten auf das Wasser zu starren, den Kopf unter Wasser tunken b) ich fange nicht an panisch zurückzuschwimmen, wenn ich einen schwarzen bösen Seeigel sehe c) ich kann mit dem Schnorchel unter Wasser gehen und dann das Wasser wieder auspusten. Noch nicht ganz so imposant wie ein Wal, aber gute Wal hat Weile.

Schnorcheln und Schwimmen macht hungriger, als ein karibisches Frühstück anhält. Die Essensbeschaffung erledigte auch das Universum für uns. Auf dem Weg zur Restaurant-Suche bekamen wir einen Flyer in die Hand gedrückt, in französisch aber es konnte auf englisch erläutert werden. 12 Euro fürs Menu! Perfekt! Zuschlagen. Außerdem, dass aktuelle alles-toppende-Pro-Argument: es gibt einen Punch dazu!

Absolute Empfehlung!!!!


Ich war auch kurz vorm Verhungern, liebe Grüße an meine Eltern! Dieses Gesicht kennt ihr ja:

Kurze Zeit später, bekam ich aber meinen Punch und mein Essen und alles war wieder gut!

Wir sind dann zurück an den Strand und blieben so lange, wie die Mücken es erlaubten. Komische Sache, die Mücken sind total miniwinni. Man kann die kaum sehen, wenn die aber zu 20st auf einem sitzen, brennt das wie Feuer... fluchtartig packten wir zusammen und dann ging es im mückenfreien Auto weiter Richtung Anse Betrand. Wellen gegen Stein schauen.

Von dort aus, schlugen wir uns Richtung Sonnenuntergang zum anderen Porte dÉnfer (das heisst wohl Höllentör, aber es ist einfach nur traumhaft) durch, wo die wahre Madame Coco ist Wasser gehüpft sein soll. Alle 20 Meter gibts hier einen tollen Aussichtpunkt und man kann mehr als wunderbar die Steilklippen entlang schauen. Kaum andere Leute und eine gute Gelegenheit große Natur in Ruhe zu genießen.

Letztes Ziel des Tages war noch die kleine Lagune am Höllentor. Hier kann man wunderbar wandern und über Steine klettern und den kleinen und großen Krebsen beim stänkern zu schauen.
Für manche, auch mit Schlappen keine Herausforderung. Zwischen Gummibäumen und vertrockneten Bäumen, kalkigen Steinen und Krebsen, zwischen zwei Bergen dieses kleine ruhige Strändchen. Irgendwie genau das richtige zum Abschluss einen feinen Tages.






Zuhause angekommen, endete der Tag wie er begonnen hat. Unser Ausflug für "tomorrow" (der andere) fällt leider aus und muss auf after-tomorrow verlegt werden. Der Anruf bei Patrick, dem Ausflugbuchungsunternehmens unseres Vertrauens (er hat nen Chiwuahaha), sicherte nochmal ab, dass wir alle vom gleichen morgen sprechen :-)
So dann gute Nacht. Da wir nun auch schon braun genug sind, wird morgen erstmal ein Museumstag eingelegt. Ich hab nun schon dreimal gelesen, was in den zwei Favourite Museen so abgeht, aber immer wieder vergessen. Hoffentlich haben die beiden dann in echt einen bleibenderen Eindruck.










Sonntag, 19. Januar 2014

Tag 2: Eine Runde an der Küste mit Krebsen, Kolibris und laufenden Muscheln

Der zweite Tag fängt früh an, denn der erste Tag hat früh aufgehört. Die Zeitverschiebung von 5 Stunden macht sich doch schon irgendwie bemerkbar. Macht aber gar nichts, denn mit den gefühlten 5 Stunden später, ist man hier perfekt an die Sonnenaufgehzeit um 6 Uhr und Sonnenuntergehzeit an 18 Uhr angepasst.

Geheimagent-Gecko
Mein kleiner Kumpel ist auch schon wach und sucht nach neuen Abenteuern.


Heute ist Tag zwei und das Aufwachen fühlt sich normal an. Ich habe geschlafen wie ein Stein und weder den Regen, noch die Vögelkollonie, die pausenlos piepst, noch die Kokosnuss, die aufs Dach gefallen ist gehört. Frühstück gabs auf der Terrasse hinterm Haus und innerhalb kürzester Zeit stand das Programm für den heutigen Tag.

Frühstück Baby!

Direkt neben Sainte-Anne liegt der Plage de Bois Jolan. Nach dem zweiten Kaffee wurde das Auto mit dem Nötigsten beladen und auf ging es zum Schnorcheln und Palmen begutachten. Der Strand war herrlich, nicht so breit uns ausgedehnt wie vermutet, aber einfach ein Traum. Im Sand liegen, die Krebsen zuschauen, wie sie mit ihrer kleinen Muschel auf dem Rücken irgendwo hinkrebsen und den feinen weichen Sand durch die Finger rieseln lassen.

Langsam setzt Entspannung ein. Hektik ist mir schon ein Fremdwort und ich fühle mich als ob die Zeit stehen bleiben könnte, weil sie hier einfach nicht wichtig genug ist.



Den Strand kann man wunderbar entlang laufen und die Kokosnusspalmen, die direkt am Meer wachsen und Postkarten Romatik versprühen, genießen. Ich hab vor kurzen eine Reportage gesehen, an die ich hier bei jeder Palme denken muss. Die sind ja nicht ewig hier gewesen.

Die Insel ist irgendwann mal aus nem Vulkan rausgehüpft äh entstanden und so tucker tucker tuckermäßig sind die Kokosnüsse übers Meer hierher geschwommen, gestrandet und gewachsen. Die kleinen Racker - ich bin ganz verliebt.

Plage de Bois Jolan

Die gestern gekaufte Schnorchelausrüstung kam auch gleich zum Einsatz. Ich habe es dann auch irgendwann geschafft meinen Kopf samt Taucherbrille und Schnorchel unter das 20 cm tiefe Wasser zu halten. Gar nicht so einfach. Ich meine, ich habe keine Angst vor Kopf unter Wasser, und vor im Meer-sein auch nicht. Aber naja, vor dem was im Meer ist: Fische, Krebse, Pflanzen ... Sand geht so halbwegs. Wer sich jetzt zurecht fragt, warum ich dann schnorcheln will: verpassen will man ja auch nichts und die Angst für immer bei sich zu behalten machts ja auch nicht besser. Außerdem find ich Seesterne soooo niedlich!!!!
Mein Schnorchelausflug war nach 15 Minuten und der Sichtung einer vollkommen unbeweglichen Seeigel-Familie der Farbe Schwarz also Alarmstufe ROT vorbei. Naja. Morgen wieder!

Beine oder Hotdog ;-)


Vom Strand aus lag unser nächster Zwischenstopp in der nächsten größeren Stadt Saint-Francois. Hier gab es einen kleinen Flugplatz und wir haben uns ausgiebig die französischen Ultraleicht und Motorsegler angeschaut. Zum Fachsimpeln konnte ich nicht soooviel beitragen, aber immer wieder schön. Außerdem gab es hier noch einen grünen Gecko zu bewundern!

Find den grünen Gecko
Weiter ging es nach Norden zum Porte dé  Enfer, eine krasse Grotte im Meer, in die eine verrückte Madame Coco geflüchtet sein soll. Angeblich guckt da immer mal der Schirm aus dem Wasser. Kein Schirm, dafür hübsche Wellen, und ein kleiner feiner Strand, den man ganz für sich alleine genießen konnte.








   

Hunger macht sich breit und damit auch die Gewissheit, wieder einmal in die Realität des Nicht-französisch Sprechens einzutreten und unseren kleine deutsche Blase zu verlassen. Auf der Fahrt nach Le Moule halten wir kurz an Timos Grill, jedenfalls hab ich den Restaurant Namen so interpretiert. Timo oder jemand der mit ihm verwandt ist, grillt und es riecht nach gebrutzeltem Fleisch und leckerer Soße. Leute sitzen rum, es gibt eine Schaukel, die an einem Baum knarrend befestigt ist und ein paar Typen sitzen an der Gegenüberseite vom Grill ganz relaxed auf ein paar Barhockern. Entspannte Stimmung macht sich breit. Der Grillmeister wirkt aber nicht ganz so entspannt, als wir ihm deutlich machen, wir "no francois". Vielleicht tu ich ihm auch Unrecht... jedenfalls springen ein paar Leute ein und übersetzen ein wenig die Karte.Timo, oder jemand der mit ihm verwandt ist, mischt sich dann doch mal ein: es gibt nur noch ein Essen und dass sind Schrimps am Spieß. Das heisst: weiter, ich esse ja keine Meeresfrüchten.

Find die laufende Muschel!

In Le Moule angekommen halten wir an einem kleinen italienischen Restaurant an der Straße. Plastikstühle und Tischdecken und eine Karte, die wir nur interpretieren können. Macht aber nichts, die Kellnerin versteht unser Problem, interpretiert es ihrerseits und holt ihre Mutter, die den Familienbetrieb unterstützt. Die Mum kann auch kein englisch, spricht aber so eine Art französisch und hat etwas gewinnendes, dass es keine andere Möglichkeit gibt als hier zu bleiben und zu essen. So richtig wissen wir nicht was kommt, wir haben immer mal wieder genickt und "Chicken" in unsere- naja- Unterhaltung eingeworfen. Wir bekommen jeder ein Radler und langsam macht sich das mulmige Gefühl und die Befürchtung breit, dass wir vielleicht das Reisegeld von zwei Tagen hier loswerden könnten. Dann kommen kleine Brote mit getrockneten Tomaten und Oliven als Aperitif. In Portugal haben wir mal 10 Euro für Butter und Brot vorweg bezahlt, wer weiß was hier passiert und schnell laufen können wir wegen meiner Blase am Fuß auch nicht mehr. Egal: durch und fertig. Nach den Brötlis kommt Salat mit einem großen Stück paniertem Chicken. Lecker. Dressing fein, etwas Fromaaaaasschhh und frisches Brot dazu. Egal, wieviel uns dieser Touristenfang hier zu stehen kommt, es hat geschmeckt und das ist im Grunde ja auch das Wichtigste. Der Vater kommt dann zwischendurch auch noch vorbei und fragt uns, wie es schmeckt, das machen wir wieder auf Händisch und Füßisch. Als wir dann ungefragt die Rechnung bekommen, wird klar, dass es Sinn gemacht hat, die ganzen Karma Punkte im letzten halben Jahr zu sammeln: 30 Euro für zwei Essen und drei Getränke. Perfekt: fast unter Einkaufspreis :-)
DEN ELF!!!!

So gestärkt schlendern wir dann noch eine Runde durch Le Moule und kaufen mir noch ein Haargummi, meiner war verloren gegangen und ich war kurz davor mir mit dem Messer vom Essen einen frechen Bob zu schneiden :-) und dann gings weiter zum äußersten Punkt der Insel im Osten. Dort treffen Atlantik und Karibisches Meer zusammen und die Aussicht ist so traumhaft, dass es leider nicht das Abgeschiedenheits-Flair des vormittags hatte, trotzdem gut war. Wir sind ein bissel über die alten Steine gehüpft - die mal Korallen waren, haben weiter den kleinen Krebsen beim Tagwerk zugeschaut und uns vom Wellenspiel fesseln lassen. Großes Kino!

 

Wieder zu Hause klopfte Melanie, unsere unbekannte Vermieterin, nochmal an. Ihre Mom hatte ihr die lustige Geschichte von gestern erzählt. Lustigerweise wissen wir jetzt auch was die verwirrte Omma wollte: mit uns zur nächsten Stadt laufen, weil der Bus nicht kam.Sehr gut: Also nicht mit Leuten mitgehen, die man nicht versteht und die verwirrt rumbrüllen. Jedenfalls ist morgen Karneval in der Stadt. Ich bin gespannt.