Samstag, 18. Januar 2014

Tag 1: Verrückte französische Ladies, Kokosnuss-Sorbet und ein neues Zuhause

Nachdem wir gestern in Point-a-Pitre in der Nähe vom Flughafen ein kleines Hotel bewohnten, stand heute für 11 Uhr ein wichtiger Termin auf dem Programm. Die Air-Bnb-Wohnung finden. Bei Air-BNB haben wir eine kleine Miniwohnung, vollkommen ausgestattet für nen fairen Preis gemietet - aber so ein bisschen Überraschungsei ist das ja doch immer..

Vorher gings aber erstmal endlich kurz an der Strand. Kurz beim Bäcker ein Frühstück geschnappt und beim futtern dem Meer zuhören und kleinen Krabben beim Löcher graben zusehen. Entspannung pur und irgendwie unwirklich dass wir noch vor einem Tag nicht hier gewesen sein sollen.

 

Back to Air-bnb. Das Gefühl ist irgendwie mulmig, wenn man von zu Hause für einen Aufenthalt am anderen Ende der Welt, eine Ferienwohnung bucht, ohne sich zu kennen. Hinzu kam, dass unsere Gastgeberin Melanie mir dann auch noch kurz vor der Anreise mitteilte, dass wir uns mit ihrer Mutter am Friedhof treffen sollen um zum Haus zu gelangen. Sie hat unverschiebaren Termin. Komische Sache...So ziemlich genau Punkt 11 stehen wir gegenüber vom Friedhof. Es ist schön warm. Eine große schwarze Frau winkt uns hektisch zu und ruft überzeugt was auf französisch. Ich habe keine Ahnung, bin aber optimistisch, dass das die Mutter von -natürlich- Melanie ist. Sie ruft weiter über die Strasse hinweg über den brüllenden Verkehr, ich verstehe weiter kein Wort: wegen der Lautstärke, weil sie nuschelt und weil es französisch ist. Irgendwie merkt sie das aber nicht - auch nicht als ich auf deutsch zurückrufe. Als ich dann wagemütig die Straße überquere, und ihr mit dem Papier-Ausdruck zur Wohnung und den Daten der Gastgeberin vor der französischen und offensichtlich aufgeregten Nase rumweddle, wunder ich mich weiterhin nicht, dass sie anscheinend ihre Tochter auf dem Ausdruck nicht wieder erkennt. Sie wettert und möppelt und ich kann ihr nur sagen, dass ich sie nicht verstehe. Das wirkt jedoch nicht sonderlich beruhigend oder erklärend auf die Dame, die langsam anfängt mit ihrer Krückke durch die Gegend zu weddeln um ihren Aussagen noch mehr Bedeutung zu geben. Dann fährt eine Frau in einem kleinen Auto vorbei, sie wird auch in denn Bann der keifenden Frau gezogen und auf einmal wird mir klar, dass das meine Frau nicht die richtige ist. Dass sich in dieser Frau einfach nur meine schlimmsten Befürchtungen manifestiert haben, wie diese Begegnung mit der Mom von Mel auflaufen müsste. Ich dreh mich um, seh in das Auto von der Frau, die eben vorbeifuhr und alles ist aufeinmal gut. Sie ist die richtige und ich bin einfach nur in eine Falle getappt, weil ich dachte: es wird schon schiefgehen müssen.
Melanies Mutter nimmt uns dann in ihrem kleinen Auto mit und ich allergiere vor Freude nicht mal auf die vielen Hundehaare zwischen denen ich sitze. Endlich am Haus. Nach zwei Minuten Fahrt gelangen wir zu einem kleinen Doppel-Häusschen, freistehend und 200 Meter von Strand entfernt, mit Garten und Terasse und einer Klimaanlage. Sie spricht kaum englisch, aber wir reden händisch und füßisch und haben uns alle sehr gern.


Den Rest des Tages verbringen wir weiter in Sainte-Anne, dass nun 6 Nächte und Tage unser Heim ist.
Für das richtige Geborgenheitsgefühl gibt es Leute, die Vorräte benötigen. Ich bin einer davon. Also auf zum großen Supermarkt. Hier ist es schon verrückt. Eine Tüte Tiefkühlessen, dass zu Hause 2 Euro kostet, wird hier teilweise für über 10 Euro angeboten.Ich würde gern hier warten und schauen, wer das kaufen will. Die Abgeschiedenheit der Insel macht Fischstäbchen zu Gold. Kapitän Iglu hatte schon den richtigen Riecher. Fischstäbchen kosten hier auch soviel wie kleine Goldbarren. Aber genau das öffnet einem einfach die Tür, Sachen zu kaufen, die man nicht mal kennt, die aber bezahlbar sind, und ... Würstchen.

Super im Supermarkt, dass hier die Wer-sucht-was-und-wen Tafel noch intensiv genutzt werden, sonst wäre uns das entgangen (kann mir das mal wer übersetzen?):


Nach der intensiven Vorratsbeschaffung inklusive 30 Minuten an der Kasse stehen, ohne tatsächliche eine Minuten vor Ungeduld zu explodieren (... ja so ein Jetlag legt bestimmte Bereiche im Hirn lahm), gehts zum Strand. Es ist ein Traum...es sieht einfach aus, wie auf einer Postkarte und die Sonne scheint und es ist alles so gemütlich.


Auf dem Weg zum Strand gibt es für jeden eine neue Taucherbrille und Schnorchel und ne Packung Seifenblasen. Außerdem hab ich mir so nen kleinen leckeren Kokosnusssorbet Becher gekauft. Leckerst. Wie kaltes Raffaello ohne Mandel (leider) und nicht so süß. Dafür frisch aus so nem mittelalterlichen Kühlding in einen handlichen Becher geschabt.

Heute Abend noch ein Probelauf und morgen gehts dann richtig ins Wasser. Jetzt widme ich mich erstmal dem Abendessen.Es gibt Baguette und Frooohhmmaaasch und vielleicht ein Stück von der Frucht oben links, die ich nicht kenne.

Freitag, 17. Januar 2014

Tag 0 - Auch eine lange Reise beginnt immer....

.... mit einer viel zu frühen Anreise an einen viel zu vollen Flughafen.
Pünktlich um 3:30 Uhr klingelt der Wecker mit der Gewissheit, dass ein Nicht-Aufstehen nicht im Bereich des Möglichen liegt. Seit mehr als 100 Tagen warte ich diesem einen Weckerklingel entgegen und endlich wird der Koffer geschnappt und es geht ab, der Sonne und Zeitumstellung entgegen. Vor uns liegen 20 aufregende Stunden bis zum Erreichen des karibischen Zieles unserer Reise:  Guadeloupe!

Was ich gelernt habe:
(1)Wenn draußen ein Männerkloschild dran ist, sind im Klo auch Männer drin... (2) in französischen Flughafentoiletten kommt französische Musik... (3) Cola schmeckt am besten eisgekühlt am Flughafen und wenn sie dabei 4 Euro kostet. Noch niemals habe ich eine Cola so genossen. (4) In Paris reichen zwei Stunden zum Umsteigen zwischen den beiden Flughäfen aus. Wir hatten allerdings 6 und verbrachten noch 3 Stunden in Orly. Als die kleinen Reisekolonien in den 12 Uhr Pointa-aPitre Flieger stieg und ich die Größe der Maschine sah, wurde mir das erste Mal mehr als mulmig zu Mute. Der riesige Impeller, der das riesige Flugzeug in die Luft und dann auch oben hält, sah größer aus als meine Wohnung. Verrückt. Die 15 Uhr Maschine gehörte uns... und ca 600 älteren Franzosen. Wieder mal unterwegs dahin, wo der Altersdurchschnitt sehr weit entfernt von meinem Alter liegt. Was die Franzosen nicht gut hinbekommen: Schlangen bilden. Was die Franzosen gut hinbekommen: in der richtigen Reihenfolge einsteigen. Der Flug war dann doch entspannter und panikloser als gedacht und ich habe es tatsächlich geschafft, ohne jegliche Turbulenzen, zwei mal komplett einen Becher umzukippen...
Und (5):  zum Essen gab es tatsächlich ungefragt nen Fläschen Rotwein und Schnaps dazu. So wie man das aus der untersten Frankreich-Vorurteilsschublade rausziehen würde. Fehlte nur noch ne Zigarette auf dem Tablett, dass die Stewardess reicht.. so wie man sich das bei den Franzosen halt so vorstellt.

Beim Landen wurde geklatscht, beim Aussteigen moderat gedrängelt aber nicht geschubst und beim Koffer zurückholen stand tatsächlich eine Frau neben mir, die jeden Koffen mit no, no, no kommentiert hat, der am Kofferlaufband an uns vorbei tuckerte. Koffer geschnappt und dann verrückt zum Mietwagenansteh-Prozeder übergehen. Die Uhren laufen hier anders. Vor uns in der Schlange von Avis: 4 andere Autoabholer. Hinter dem Schalter: 2 Mitarbeiter. Dauer bis zum Einstieg ins neue Urlaubs-Mobil: 2,5 Stunden. Verrückt, aber die nervöse Warterei und die damit verbundene Frage ob wir es noch rechtzeitig zum Check- In ins Hotel schaffen, haben mich so gestresst und fertig gemacht, dass ich dann im Hotel nicht mal auf die Frage, wie ich heiße, eine Antwort parat hatte... Naja. Wohl dem der einen Ausweis hat. Gute Nacht Guadeloupe.

Mittwoch, 15. Januar 2014

Wir packen...

.... alle Bücher ein, auch wenn wir bestimmt wieder keines lesen. Die Wohnung versinkt im Chaos und wo sind eigentlich die 120 Tage bis zum Urlaub und warum bin ich so schlecht vorbereitet. Vielleicht hat sich die Ernieritis auch gebessert und ich hab nur  das Gefühl Dinge zu vergessen, die mir sonst egal waren. Nun gut. t minus nicht mehr lang und Hauptsache das Mückenspray ist eingepackt und wo ist eigentlich ....