Freitag, 17. Januar 2014

Tag 0 - Auch eine lange Reise beginnt immer....

.... mit einer viel zu frühen Anreise an einen viel zu vollen Flughafen.
Pünktlich um 3:30 Uhr klingelt der Wecker mit der Gewissheit, dass ein Nicht-Aufstehen nicht im Bereich des Möglichen liegt. Seit mehr als 100 Tagen warte ich diesem einen Weckerklingel entgegen und endlich wird der Koffer geschnappt und es geht ab, der Sonne und Zeitumstellung entgegen. Vor uns liegen 20 aufregende Stunden bis zum Erreichen des karibischen Zieles unserer Reise:  Guadeloupe!

Was ich gelernt habe:
(1)Wenn draußen ein Männerkloschild dran ist, sind im Klo auch Männer drin... (2) in französischen Flughafentoiletten kommt französische Musik... (3) Cola schmeckt am besten eisgekühlt am Flughafen und wenn sie dabei 4 Euro kostet. Noch niemals habe ich eine Cola so genossen. (4) In Paris reichen zwei Stunden zum Umsteigen zwischen den beiden Flughäfen aus. Wir hatten allerdings 6 und verbrachten noch 3 Stunden in Orly. Als die kleinen Reisekolonien in den 12 Uhr Pointa-aPitre Flieger stieg und ich die Größe der Maschine sah, wurde mir das erste Mal mehr als mulmig zu Mute. Der riesige Impeller, der das riesige Flugzeug in die Luft und dann auch oben hält, sah größer aus als meine Wohnung. Verrückt. Die 15 Uhr Maschine gehörte uns... und ca 600 älteren Franzosen. Wieder mal unterwegs dahin, wo der Altersdurchschnitt sehr weit entfernt von meinem Alter liegt. Was die Franzosen nicht gut hinbekommen: Schlangen bilden. Was die Franzosen gut hinbekommen: in der richtigen Reihenfolge einsteigen. Der Flug war dann doch entspannter und panikloser als gedacht und ich habe es tatsächlich geschafft, ohne jegliche Turbulenzen, zwei mal komplett einen Becher umzukippen...
Und (5):  zum Essen gab es tatsächlich ungefragt nen Fläschen Rotwein und Schnaps dazu. So wie man das aus der untersten Frankreich-Vorurteilsschublade rausziehen würde. Fehlte nur noch ne Zigarette auf dem Tablett, dass die Stewardess reicht.. so wie man sich das bei den Franzosen halt so vorstellt.

Beim Landen wurde geklatscht, beim Aussteigen moderat gedrängelt aber nicht geschubst und beim Koffer zurückholen stand tatsächlich eine Frau neben mir, die jeden Koffen mit no, no, no kommentiert hat, der am Kofferlaufband an uns vorbei tuckerte. Koffer geschnappt und dann verrückt zum Mietwagenansteh-Prozeder übergehen. Die Uhren laufen hier anders. Vor uns in der Schlange von Avis: 4 andere Autoabholer. Hinter dem Schalter: 2 Mitarbeiter. Dauer bis zum Einstieg ins neue Urlaubs-Mobil: 2,5 Stunden. Verrückt, aber die nervöse Warterei und die damit verbundene Frage ob wir es noch rechtzeitig zum Check- In ins Hotel schaffen, haben mich so gestresst und fertig gemacht, dass ich dann im Hotel nicht mal auf die Frage, wie ich heiße, eine Antwort parat hatte... Naja. Wohl dem der einen Ausweis hat. Gute Nacht Guadeloupe.

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