Aus gegebenen Anlass wurde gestern vom Standard-Frühstücksritual abgewichen und wir vernaschten einen kleinen Kuchen. Noch leckerer als er aussieht, bis auf den letzten Krümel weggeputzt.Obwohl es noch ganz schön früh war, machten wir uns auf den Weg zur Traversee. Das ist eine große Straße - große Straße ist hier auch ein großes Wort - die die Inselhälfte Basse Terre von Westen nach Osten verbindet. Man fährt hier direkt durch den Nationalpark, nicht beim Vulkan aber trotzdem eine ganz eigene Atmosphäre.
Als erstes Tagesziel stand der Park de Marmelles auf dem Programm. Hier hat man die Möglichkeit mitten im Regenwald einen Hochseilgarten zu besuchen. Beim Eingang angekommen begrüßte uns eine nette fröhliche Frau auf französisch, wechselte dann doch ohne Probleme ins Englische. Für 20 Euro pro Person wurden wir fix mit Gurtzeug ausgestattet und eine netter Herr, der kein englisch kann, wies uns in die Kunst der perfekten Sicherung in luftiger Höhe ein. Die Kombination aus seinen Erklärungen und seiner Vorführung ließen mich jedenfalls fließend französisch verstehen. Nach dem obligatorischen Vorführen des theoretisch gelernten Sicherns durften wir dann losstarten!
Viele kleine Seilbahnen, kleine Hindernisse und Balanceübungen - im Grunde nichts Neues- das Ambiente war einfach einmalig. Es hatte wieder angefangen zu regnen, die Bäume schwangen immer etwas mit dem Wind mit, es roch nach Erde und Grün und es war einfach Regenwald-Feeling, da der Baumbewuchs echt dicht war. Irgendwann zog ich einen meiner zwei Pullover aus, irgendwann ließ uns die Großfamilie vor uns, die ein ziemlich ängstliches (ängstlich gleich langsam) Mädchen dabei hatte. Irgendwie sind auf dieser Insel besonders viele nette Leute. Wir hörten diese Familie noch eine Weile, die Jungs versuchten nämlich erfolglos das Schnecki mittels Affenimitation zum Schnellerklettern zu bewegen. Besonders toll fand ich noch den Parcours, auf dem 200 Meter lange Seilbahnen waren. Verrückterweise sah man beim losfahren das Ende nicht. Ging teilweise wirklich beängstigend schnell durch den Wald. Zum Glück bekommt man vorm losmachen einen Bremshandschuh um mit der Hand, die sich nicht an der kleinen Winde festhält, ein wenig das Drahtseil zu umfassen und abzubremsen. Wenn man sich ordentlich am anderen Ende gesichert hatte, drückte man auf eine kleine Klingel und der nächste kann losfahren. Verrückt, aufregend, ohne Angst.
Nach dem Park ging es immer die Straße weiter. Man fährt durch kleine Straßen, die eigentlich für ein Auto fast zu schmal sind, die verrückten Franzosen brettern aber auch durch die Kurve mit nur gefühltem Wissen ob Gegenverkehr kommt oder nicht. Ich würde wirklich gerne mal die Unfallstatistik vom Guadeloupe sehen. Landschaftlich toll zum gucken, geschwungene Täler, die tief runter gehen, kleine Flüsse, viel viel üppiges grün -Nationalpark eben. Eines meiner neuen Hobbys ist ja auch noch das Ausguck-Finden. Auf unserer Karte ist da dann immer so ein strahlenförmiges Zeichen, lohnt sich mal mehr und mal mittel. Dieser Ausguck hat nicht so viel Ausblick gebracht, sah aber ansich niedlich aus.![]() |
| Vincents kleiner neuer Kumpel |
Es war nun halb zwei und kurz vor Hunger, wir fuhren die Traversee noch fertig um dann Richtung Heimat Bungalow am Strand von Clugny einen Happen zu Essen, einen Punsch zu trinken und uns angemessen über die 40 Grad Temperaturunterschied zu zu Hause zu freuen. Das Restaurant war direkt unter freien Himmel, in bunten Farben am Strand und hier gabs kein Wort englisch zu sagen. Aber alles kein Problem, wenn man so ein Gourmet ist wie ich und nur Hühnchen oder Fisch ist .... die zwei Worte kann ich ja nun auf französisch.
Frisch gestärkt ging es nun nochmal zum Grande Anse, einen für Guadeloupe-Verhältnisse ziemlich langen Strand. Den hatten wir den Tag zuvor schon im Regen bewundert. Auf meiner To Do Liste stand noch ein leckeres Kokosnuss-Sorbet und zu meiner Überraschung, gab es auch an dem Strand ein paar Slackline, die eine Longline zwischen zwei Palmen spannten und ich konnte ein paar wackelige Schritte machen und mich wieder ein bissel ärgern, meine nicht mitzuhaben :-)
Den verbliebenes Restnachmittag sprangen wir in die Wellen, die hier ziemlich hart gegen Strandende brechen und einen gerne ein paar Meter im flachen Sand rum wirbeln. Das Wasser war wieder mal herrlich, so schnorcheln gab es nichts.
Pünktlich zum Sonnenuntergang um 18:20 wurde noch der hinterm-Haus Strand abgecheckt um dann unendlich erschöpft ins Bett zu fallen. Draußen trommelt jemand. Dann noch jemand, dann ganz viele und es wird immer lauter. Es erinnert mich an meinen Nachbarn, der immer laute Musik macht, nur dass das angenehm ist. Die Vögelchen sind heute Nacht auch zu müde zum piepen. Ich lasse mich vom Rhytmus, mit den Ohrenstöpseln in der Hand in den Schlaf trommeln. Gute Nacht Guadeloupe....









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